KW 9 – Ein Trecker für unsere Solawi

Die Solawi Niederrhein versucht gerade beim Crowdfunding der Volksbank Rhein-Lippe für Vereine, Geld für einen kleinen Traktor zu sammeln. Dieser Traktor soll dazu genutzt werden, die Ernte vom Acker zum Verteilraum zu befördern und auf dem Acker und in den Folientunneln zur Bodenbearbeitung eingesetzt werden. Die Entscheidung für einen  dieselgetriebenen Kompakttraktor haben wir uns nicht leicht gemacht und wir möchten unsere Gründe darlegen:

Warum ein Trecker?

Sicher stimmen wir alle zu, dass der Erfolg (und der Spaß an) der Solawi mit dem Gärtner-Team steht und fällt. Unsere Gärtner Ben und Abdul sind das Herz unserer Solidarischen Landwirtschaft und engagieren sich sehr. Da die meiste körperlich schwere Arbeit durch sie geleistet wird, ist es nur legitim, wenn sie dabei technische Unterstützung wünschen und bekommen. Die Erntemengen im Hochsommer und Frühherbst mit der Lehnkarre vom Acker zum Verteilraum zu befördern, war im letzten Jahr Schwerstarbeit, die meist Abdul verrichtete. Wollen wir, dass unsere Gärtner mit Freude auf dem Acker werken, sollten wir ihnen die Arbeit erleichtern. Außerdem können diese schweren Arbeiten mit einem Trecker schneller erledigt werden, somit bleibt den Gärtnern mehr Zeit für andere Arbeiten wie jäten, Pflanzen vorziehen, und ähnliches.

Warum selbst einen Trecker kaufen?

Christian vom Tinthof bricht einmal im Jahr im Winter mit seinem großen Traktor den Boden um, und das wird auch weiterhin so bleiben. Für weitere Arbeiten wie z. B. das Kartoffeln roden oder das Abräumen der Folientunnel oder einzelner Pflanzquartiere haben wir uns bislang ab und an einen kleinen Schlepper von Judith Eis, einer benachbarten Gärtnerin, geliehen und dafür auch etwas bezahlt. Leider ist Judith nun beruflich so sehr eingespannt, dass es schwierig ist, Termine für die Leihe zu finden. Der Schlepper vom Tinthof ist oft dort in Gebrauch, außerdem ist ein kleinerer Traktor leichter und damit besser für unseren Ackerboden, Stichwort Bodenverdichtung.
Mit einem eigenen Traktor können die Arbeiten so erledigt werden, wie es der Acker benötigt, ohne Wartezeiten und langwierige Abstimmungen.

Gibt es nichts anderes?

Für den Erntetransport könnte man auch ein Schwerlastenfahrrad besorgen. Trotz Förderung von ca. 30% der Kaufsumme würde uns so ein Teil ebenfalls etwa 5.000 € kosten. Damit könnte die Ernte transportiert werden – aber nur auf den Wegen und Straßen rund UM den Acker. Auf dem Acker kann so ein Rad nicht gut fahren (für Euch getestet), daher müsste die Ernte auf dem Acker weiterhin per Hand und Karre befördert werden. Außerdem kann so ein Lastenrad nicht alles was ein Traktor kann, auf dem Acker kann es gar nichts ;-). Und Elektro-Traktoren? Die wird es bestimmt irgendwann geben, aber momentan ist das noch Zukunftsmusik. Momentan scheitern E-Autos ja schon am simplen Anhänger-Ziehen.
Eine weitere Alternative wäre ein Pferd – aber das wirft ebenfalls eine ganze Reihe an Fragen auf. Die Ausbeutung eines Tieres für die Ackerarbeit ist zumindest ebenfalls kritikwürdig. Weder Ben noch Abdul haben die nötigen Kenntnisse und Voraussetzungen, mit einem Ackerpferd zu arbeiten. Ein Pferd benötigt einen Stall, Futter und Pflege, die ebenfalls ganzjährig gewährleistet werden müssen (der Unterhalt eines Pferdes ist richtig teuer) – und nicht zuletzt sind Pferde Herdentiere, die nicht einzeln gehalten werden sollten.

Ist das denn nachhaltig?

Wir kaufen keinen neuen Traktor, das wäre viel zu teuer und auch unnötig. Es gibt generalüberholte Mini-Traktoren, die genauso gut funktionieren, Stichwort Ressourcenschonung. Sie sind kein Schnäppchen, dafür aber sehr wertstabil. Wenn wir den Traktor irgendwann verkaufen, bekommen wir noch gutes Geld dafür. Unser Traktor muss nicht zugelassen oder KFZ-versichert werden, erzeugt also wenig laufende Kosten. Damit er lange hält und nicht geklaut wird, wird er im Seecontainer hinter dem Bauwagen parken.

Und der CO2-Ausstoß?

Wir haben in dieser Tabelle mal berechnet, wie oft und wie lange der Traktor im Einsatz sein wird. Bei 120 Fahrten vom Acker zum Verteilraum kommen rund 144 km zusammen, Ben rechnet mit ca 28,5 h im Jahr, in denen der Traktor auf dem Acker ackert. Dabei werden 107 Liter Diesel benötigt, die verursachen 284 kg CO2 pro Jahr. Diese Menge CO2 entspricht etwa 22 kg Rindfleischkonsum, 2.104 km Autofahrt mit einem Benziner (das entspricht 7 x Wochenend-Ernteabholungen durch die Depotgruppen) oder ungefähr einem Hin-und Rückflug nach London für 1 Person.

Tabelle Co2-Berechnung Trecker

Unser Fazit: Ja, ein Mini-Traktor in unserer Solawi verursacht zusätzliche CO2-Emissionen. Auf der anderen Seite erleichtert er den Gärtnern die Arbeit und ist sowohl auf dem Acker als auch zum Erntetransport einsetzbar. Es gibt momentan keine Alternative ohne Verbrennungsmotor, die das leisten könnte, was der Mini-Traktor schafft.

Vorschlag: Wir können die zusätzlichen Emissionen ausgleichen, d. h. wir bezahlen einen Ausgleichsbetrag, mit dem CO2-Einsparungen finanziert werden, wie Aufforstung, PV-Anlagen zur Stromversorgung im ländlichen Raum statt Dieselgeneratoren oder energiesparende Kochherde.

Die Aktion läuft noch bis zum 2. Juni.

Das Tolle bei dieser Art des Crowdfunding ist, dass die Volksbank Rhein-Lippe pro Spende ab 10,- € weitere 10,- € dazugibt! Wichtig dabei: diese 10 € gibt es nur einmalig pro Spender und Projekt! Wenn wir auf diese Weise 2.500,- € zusammenbekommen, gibt die Volksbank also nochmal dieselbe Summe dazu und wir haben die benötigten 5.000,- €. mit nur 2.500 € Einsatz. Wenn aber jemand mehr als 10,- € spenden möchte, geht das natürlich auch – nur erhöht die Volksbank dann leider nicht mit, sondern es bleibt bei den 10 €.
Falls die Summe nicht zusammen kommen sollte, bekommt jede*r Spender*in ihr/sein Geld zurück, die Volksbank behält ihren Anteil dann aber natürlich auch.

Wenn wir erfolgreich sind, haben wir hoffentlich im Juni einen Trecker – den könnten wir dann ja alle gemeinsam “begrüßen” (so die Pandemie uns lässt), z. B. mit einer gemeinsamen Feier auf dem Acker …

KW 45 – “Aus die Maus”

So, das war’s für dieses Jahr. Am vergangenen Wochenende wurde die letzte Ernte des Jahres verteilt.

große Karre voll Grünkohl vor dem Solawi-Abholraum  Tafel mit Beschriftung - letzte Ernte 2020Foto der letzten Ernte in 2020, zu sehen sind Rosenkohl, Weiß- und Rotkohl, einige Zucchini

Draußen wird’s kalt. Auch auf dem Ausweichacker wird nun abgeräumt. Für die letzte Ernte kommen noch Weiß- und Rotkohl, Rosenkohl, Wirsing, Grünkohl (der jetzt tatsächlich auch noch den ersten Frost bekommen hat) und einige wenige Zucchini zusammen. Der Rosenkohl wird diesmal mit Stengeln “ausgeliefert” – wer weiß denn ansonsten schon, wie die kleinen Leckerschmecker an der Pflanze wachsen 😉
Der Wirsing ist so kräftig, dass er nur mit der Frankfurter Schaufel geerntet werden kann  (Aufklärung gibts im Video)…

Die Schläuche und Wassersprenger werden auch eingesammelt und für den Winter verstaut, dann ist auch Acker II fertig und wartet auf den Trecker.

Brunnenbohrung auf nebeligem AckerEine große Überraschung gab es diese Woche noch: unser zweiter Brunnen auf dem Ausweichacker wird gebohrt! Das wird nächstes Jahr dann noch bequemer mit dem Wasser, wenn die Schläuche nicht vom 1. Brunnen bis zum Acker II verlegt werden müssen.

Und auch diese Woche gibt es wieder ein Wochenvideo:

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KW 44 – Immer mehr Herbst

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Auf unserem Acker gibt es nun wirklich nicht mehr viel zu tun. Alle Schläuche sind aufgerollt und weggeräumt – da kommen einige Kilometer zusammen. Wie gut, dass wir unseren blauen Container haben 🙂

Geerntet werden diese Woche Rote Bete, Mangold, der letzte Rosenkohl (der auch schon gelbe Blätter bekommt) und Grünkohl. Der leider immer noch weiße Fliegen hat, also gut waschen (am besten ein paar Stunden in Salzwasser legen vor der Verarbeitung). Aber lecker ist er trotzdem!

Nächste Woche gibts dann die große Resteernte – alles was noch auf dem Acker an Gemüse wächst, kommt in den Abholraum und jedeR packt sich mit Unterstützung des grandiosen Abholbegleitteams eine Tüte.

Außerdem in der Eente: getauschte Äpfel (gegen Kohl getauscht) vom Apfelbauern Johannes Pappas aus Spellen – der schon seit 16 Jahren streng biologisch anbaut, da kommt kein Fitzelchen Chemie an die Äpfel.

KW 44 – Zeelink-“Abschied”

Anfang dieser Woche war Zeelink wieder fleißig. Nachdem über die letzten Monate die Pipeline verbuddelt wurde, sind jetzt die Erdwälle auf unserem Acker verschwunden. Diese Erde war der Mutterboden, der Humus, der mal unser Gemüse wachsen ließ. Jetzt wurde er wieder aufgetragen. Und in den nächsten Tagen wird Christian Hülsermann den ganzen Acker einmal komplett umpflügen.

Das ist aber leider noch ein weiter Weg, bis wir die Fläche wieder nutzen können. Erstmal wird eine Kultur gesät, die den Boden wieder aufbaut und verbessert. Die vielen Bakterien, Würmer und sonstigen Bodenbewohner können dann wieder einziehen. Das kann noch ein bis zwei Jahre dauern, bis wir diesen Teil unseres Ackers wieder für den Gemüseanbau nutzen können. Aber weningstens ist jetzt Schluss mit dem schweren Gerät und der dadurch verursachten Bodenverdichtung :-).

KW 43 – “Alles muss raus”

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Die Woche beginnt mit der schon angekündigten großen Umräumaktion Bauwagen – Container: Das Werkzeuglager ist jetzt im blauen Container und der Bauwagen ist nun schön leer und kann als Sozialraum genutzt werden.

Im Freiland wurden diese Woche Kohlrabi, Wirsing, Sellerie und Rotkohl geerntet, außerdem gibt es noch mal eine kleine Salaternte.

Für die nächste Woche ist geplant, den Acker komplett winterfest zu machen, danach die Woche ist dann der Ausweichacker dran.
Die letzten Paprika im Freiland werden auch rausgemacht, die Früchte, die noch dran sind, kommen natürlich auch in die Ernte. 300 – 400 Stück – hat sich echt gelohnt dieses Jahr 🙂 Freuen wir uns auf nächstes Jahr, die Freiland-Paprika wird es auf jeden Fall wieder geben!

Auch auf dem Ausweichacker ist bald Schluss, die Zucchini sind schon sehr in sich zusammengefallen und die Blätter voll Mehltau. Aber ist ja auch schon Ende Oktober.

Es wird nach dieser Woche noch zweimal Ernte geben, dann ist Schluss für dieses Jahr. Den letzten Rest vom Kohl gibts als letzte Ernte “Tüte Gemischtes”.

KW 42 – Hallo Rosenkohl und Tschüss Auberginen und Paprika

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Freischneiden große Runde: alle Wege werden – wohl zum letzten Mal dieses Jahr – freigeschnitten und GWH 2 wird sauber gemacht.

GWH 2: die Paprika und auch die Auberginen haben schon viele welke Blätter, mediterrane Pflanzen kommen halt mit unseren Temperaturen nicht mehr so ganz zurecht. Es ist ja schon empfindlich kalt. Daher werden diese Woche Gurken, Paprika, Auberginen und die einzelnen Tomatenpflanzen in GWH 2 abgeräumt.
Die restlichen Mini-Auberginen und Mini-Gürkchen wurden natürlich noch abgeerntet.

Acker 2: Die Rosenkohlernte steht an. Ist aufwendig, weil die Röschen alle einzeln runtergeprokelt werden müssen, aber Abdul und Ben haben da eine schnelle Methode entwickelt, wie im Video zu sehen ist.

Geheimtipp von “Chefkoch” Ben: Rosenkohl knapp bissfest kochen, in der Mitte durchschneiden, dann ab in die Pfanne, mit der Schnittseite nach unten, bis sie schön braun sind, Salz, Pfeffer und Knoblauch dazu – bestes Essen!

Drei Reihen Rosenkohl wurden diese Woche geerntet, macht rund 65 kg, die anderen 3 Reihen dürfen noch ein bisschen wachsen…

Ernte diese Woche außerdem: 400 Paprika, Porree, Mini-Auberginen und -Gurken.

KW 41 – Grünkohl, leeres Tomatenhaus und Erntedank

Trauriger Anblick, wenn so ein Tomatenhaus leergeräumt wird …

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Kurzer Blick auf die Rekordgurke – über einen halben Meter ist sie lang und wird uns genügend Samen für das nächste Jahr liefern.

Der erste Grünkohl wird geerntet. Leider haben wir ein kleines Problem: die kleine weiße Fliege, ein Kohlschädling. Gegen sie gibt es zwei Möglichkeiten: Unkrautvernichter oder den Grünkohl bei der Verarbeitung gut säubern (zum Beispiel die Blätter eine Weile mit Salzwasser bedeckt liegen lassen, bevor sie verarbeitet werden) Ratet mal, für welche Methode wir uns entscheiden 😉

Dem Salat und den Radieschen im Freiland, die vor einigen Wochen noch ausgesät wurden, ist es anscheinend doch schon zu kühl, die wollen nicht mehr. Dieses Experiment ist leider nicht geglückt.
Aber das jetzt leere Tomatenhaus wird ab nächste Woche weiter genutzt: vermutlich werden Feldsalat und Radieschen gesät, die Mitte November dann erntereif sein könnten.

Im zweiten GWH gibt`s dagegen noch viele Paprika, die kommen mit den Temperaturen anscheinend besser zurecht als die Tomaten.

 

KW 40 – Topinambur und Kohl

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In der KW 40 werden die Tomaten komplett abgeerntet – auch die grünen -, damit nächste Woche das Tomatenhaus ganz abgeräumt werden kann. Dann haben wir hier auch schön viel Platz für Erntedankfest 😉

An dieser Stelle einmal Danke an Alex für die tolle Versorgung das ganze Jahr hindurch! Alex kommt meist einmal die Woche auf den Acker und bring Abdul und Ben selbstgekochte Leckereien mit, fast alles aus Solawi-Ernte.

Außerdem beginnt diese Woche die Wirsingernte. Die Köpfe haben so große Wurzelballen, dass die Ernte echt viel Arbeit ist (mit der normalen Gartenschere bekommt man den Wurzelballen nicht vom Kopf getrennt). Außerdem sind sie so groß, dass nur 2 Stück in eine Kiste passen! Und so viele, dass wohl 2 bis 3 mal geerntet werden kann. Überlegt euch also schon mal, was man mit Wirsing so alles kochen kann außer Kohlrouladen 😉

Den Paprika im GWH wird’s auch langsam kalt, und die im Freiland werden jetzt nach und nach abgeräumt. Es sind viele grüne Früchte dran – rot werden die dieses Jahr nicht mehr, es ist ja schon Oktober. Rund 500 Paprika werden diese Woche geerntet. Nächste oder übernächste Woche gibt es dann den Rest der Freiland-Paprika. Auch hier ist Kreativität bei der Zubereitung/Haltbarmachung gefragt.

In der Ernte dieses Wochenendes gibt es auch Topinambur: der regt ziemlich die Verdauung an. Aber ist gut gegen alles und superwichtig für gesunde Ernährung.

Hier ein paar Infos und Links:
Im Gemüsefach des Kühlschranks ist Topinambur vier bis fünf Tage haltbar. Zum Lagern im Kühlschrank Knollen in ein feuchtes Tuch wickeln.
Man kann Topinambur
– hobeln oder raspeln für Salate (roh)
– in Suppen oder Saucen verwenden
– in diversen Gemüsegerichten wie z.B. Aufläufen oder Gemüsepfannen
– als Ersatz für Kartoffeln (z. B. als Püree)
– als Beilage zu unterschiedlichsten Gerichten nehmen.

Bei Wikipedia gibt es einen langen Artikel zu Topinambur, aus dem auch die folgenden Infos stammen:
Topinambur wird auch als Erdapfel bezeichnet. Weitere Namen sind Erdbirne (in Südbaden auch Ross-Erdäpfel, weil sie an Pferde verfüttert wurden) oder Jerusalem-Artischocke, Artischockenkartoffel, Borbel, Erdartischocke, Erdschocke, Erdsonnenblume, Erdtrüffel, Ewigkeitskartoffel, Indianerknolle, Kleine Sonnenblume, Knollensonnenblume, Rosskartoffel, Schnapskartoffel, Süßkartoffel und Zuckerkartoffel.

Die Knollen bestehen zu 16 % aus Kohlenhydraten in Form des Mehrfachzuckers Inulin. Topinambur ist schon seit 1922 auf dem Speiseplan flankierend zur Behandlung von Diabetes in Verwendung. Inulin, ein langkettiger Zuckerstoff, kann nicht verdaut werden, weil die dazu nötigen Enzyme nicht vorhanden sind, und wirkt deshalb als Ballaststoff im Darm. Erst im Dickdarm kommt es zur Fermentierung, was aber auch zu Blähungen führen kann. Wird Inulin regelmäßig mit der Nahrung aufgenommen, senkt das die Blutfettwerte und fördert die Anwesenheit von Bifidobakterien. In der Homöopathie wird Topinambur als Mittel zur Gewichtsreduktion (durch Hemmung des Hungergefühls) angewendet.
Die Knolle enthält Betain, Cholin und Saponine, die als hemmend gegen Krebs angesehen werden. Des Weiteren beinhaltet Topinambur Polyphenole, die eine starke antioxidative Wirkung haben. Sie schützen die Pflanze vor Fraßfeinden sowie schädlichen Umwelteinflüssen. Im menschlichen Körper wirken sie ähnlich, weswegen sie sehr wertvoll für die Gesundheit sind. Die Knollen enthalten die Phenolsäuren Salicylsäure (wirkt antimikrobiell sowie entzündungshemmend), Chlorogensäure (krebsvorbeugende Wirkung) und Gentisinsäure (bakteriostatische Effekte).

Als Rezepte habe ich euch
Topinambur-Pfanne mit Pilzen
Topinambur-Suppen und einen
Topinambur-Salat
rausgesucht. Außerdem solltet ihr mal Topinambur-Chips als kalorienarme Alternative zu Kartoffelchips probieren:
Zubereitung: die Knollen säubern, ggf. schälen und in dünne Scheiben hobeln. Auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech verteilen und bei 130 Grad Ober-Unterhitze circa 30 Minuten backen, nach der Hälfte der Backzeit einmal wenden. Wer mag, darf die Chips dann natürlich mit Salz, Paprika, Chillipulver  …. würzen. Man kann damit auch dippen (aber dann ist es vielleicht nicht mehr so kalorienarm 😉

Übrigens: Im Anbau ist Topinambur pflegeleicht und stellt wenig Ansprüche an Bodenbeschaffenheit und Standort. Ideale Wachstumsbedingungen findet er auf lockerem, leicht sandigem Boden bei halbschattigem bis sonnigem Standort. Die Pflanze kann dann bis zu 3 Meter hoch werden! Topinambur blüht erst im September bis in den Oktober hinein, das macht ihn zu einer wertvollen Futterquelle für Insekten.
Aber Achtung: einmal im Garten angepflanzt,  breitet er sich schnell aus, weil er unterirdisch viele Rhizome bildet. Besser Wurzelsperren verwenden oder in Töpfe pflanzen. Topinambur ist mehrjährig und winterhart. Der oberirdische Teil vertrocknet, und treibt aus der Knolle im nächsten Jahr wieder aus. Die Ernte der Knollen ist auch im Winter möglich, denn Topinambur-Knollen in der Erde vertragen bis -30 Grad C.

KW 39 – “Paprika-Alarm”

Während die Tomaten schon heftigst schwächeln (nur noch 4 Kisten für die Ernteverteilung), gibt es noch jede Menge Tomaten. Jeder ganze Anteil bekommt in dieser Woche 8 Paprika, von grün über gelb bis rot, spitz und rund …

Nächste Woche wird es voraussichtlich zum letzten Mal Tomaten geben, dann wird das Gewächshaus abgeräumt, der Boden bearbeitet und als Nachkultur Salat, Kohlrabi und Radieschen gesät. Wenn wir keinen frühen und sehr kalten Wintereinbruch bekommen, sollte das unsere Erntesaison noch ein wenig verlängern. In den nächsten Wochen stehen dann aber erstmal Möhren, Rote Bete und verschiedene Kohlsorten auf dem Ernte- und Speiseplan. Und hin und wieder Äpfel und Birnen von NABU-Streuobstwiesen.

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