Mischkulturen im Gemüsegarten und auf dem Acker helfen, den Boden optimal unterirdisch (mit unterschiedlichen flach- und tiefwurzelnden Pflanzen) sowie oberirdisch (mit unterschiedlichen Wuchsformen der Pflanzen) zu nutzen. Mischkulturen spielen daher in vielen intensiven Gartenbaukulturen eine wichtige Rolle, wo es darum geht, einen möglichst hohen Ertrag auf kleiner Fläche zu ermöglichen. Dabei spielen auch Leguminosen (Pflanzen, die mit Hilfe von Knöllchenbakterien Stickstoff speichern können) eine Rolle wie Bohnen, Erbsen oder Puffbohnen. Weitere Vorteile von Mischkulturen sind die große Biodiversität (also Vielfalt an Arten) und die größere Resistenz (=Widerstandsfähigkeit) gegenüber Schädlingen.
Milpa ist die in Mexiko entstandene traditionelle Mischkultur aus Mais, Bohnen und Kürbis.
Der Begriff Milpa stammt aus der Sprache Nahuatl und leitet sich von Mil-li-pan her, was soviel bedeutet wie “wir werden auf dem Feld gesät”. Damit sind die Drei Schwestern, also Mais, Bohnen und Kürbis gemeint, die das Herzstück dieser intensiven indianischen Feld- und Gartenbaukultur darstellen. Daneben werden aber auch andere Pflanzen angebaut.
Die drei Nutzpflanzen beanspruchen verschiedene Nährstoffe und “Etagen” im Beet, daher kommen sie sich auch auf engem Raum nicht in die Quere. Der Mais dient den Bohnen als Rankhilfe. Die Bohnen wiederum produzieren Stickstoff, der Mais und Kürbis zugute kommt. Zu Füßen der beiden in die Höhe wachsenden Pflanzen kann sich der Kürbis breitmachen, der mit seinen großen Blättern den Boden beschattet und so Austrocknung und Wachstum von Beikräutern verringert.
Mais spielt bei fast allen Völkern Amerikas eine zentrale Rolle als Grundnahrungsmittel – über Jahrtausende ist eine unvorstellbar große Vielfalt an Sorten entstanden. Die Vorfahren der heutigen Mexikaner hatten es noch mit dem Wildgras Teosinte zu tun, dessen kleine, schwächliche Ähren zerfielen, sobald sie reif waren. Es bedurfte jahrtausendelanger Züchtung und Selektion, um den heute bekannten ergiebigen Maiskolben hervorzubringen.
Und ebenso brauchte es sehr viel Geduld, um eine Schlingpflanze mit fasrigen Schoten in essbare Bohnen zu verwandeln
und zu erkennen, was diese beiden Pflanzen zusammen mit dem Kürbis zuwege bringen. Alle Bohnenarten sind Abkömmlinge ein- und derselben Pflanze: der Gartenbohne Phaseolus vulgaris.
Übrigens: Die Triebe der Bohne sind zu schwach, um ohne Hilfe in die Höhe zu wachsen. Sie brauchen eine Stütze, an der sie sich in Spiralen emporranken können – immer gegen den Uhrzeigersinn. Die alten Römer hielten diese Wachstumsrichtung für ein schlechtes Omen.
Auch der Kürbis ist aus der “Neuen Welt” zu uns gekommen, schon in präkolumbischer Zeit (präkolumbisch bezieht sich auf die Landung Christoph Kolumbus’ in Amerika 1492) gab es eine große Sortenvielfalt, bei der die giftigen Bitterstoffe herausgezüchtet wurden. In Europa wurden Kürbisse zuerst nur als Zier- und Arzneipflanze genutzt.
Die drei Schwestern ergänzen sich sowohl auf dem Feld als auch auf dem Teller, im Sinne einer ausgewogenen Ernährung. Mais ist Hauptlieferant für Kohlenhydrate, Bohnen liefern vor allem Eiweiß und wertvolle Mineralien (z.B. zwei essenzielle Aminosäuren, die dem Mais fehlen), und Kürbisse (und auch Zucchinis) versorgen uns mit Vitaminen.
Auch unter unseren klimatischen Verhältnissen funktioniert eine Milpa. Selbst auf ungedüngtem Boden ist eine Milpa einen Versuch wert, wenn Leguminosen (Bohnen, Erbsen, Klee) mit ausgesät werden. Denn die sind über ihre Wurzeln in der Lange, mit Hilfe von sogenannten Knöllchenbakterien Stickstoff aus der Luft in den Boden zu bringen und dort zu fixieren (kleine Anmerkung: Stickstoff ist die Hauptzutat aller mineralischen Düngemittel 😉
Weitere geeignete Pflanzen in einer Milpa (oder in angrenzenden Beeten/Pflanzkästen) sind Tomaten, Chili, Amaranth, Kräuter (z. B. Bohnenkraut) und Blumen (Ringelblume, Kapuzinerkresse, Cosmea, Tagetes).

Aktuell haben wir ja lecker Kohlrabi in der Ernte. Diese tolle Knolle ist es wert, sich ein bisschen mit ihr zu beschäftigen. Einige Fakten habe ich
In den Folientunnels finden sich vereinzelt schon kleine rote Tomaten, und einige Paprikas haben auch schon eine ordentliche Größe, jetzt müssen sie “nur noch” Farbe bekommen.
In der KW 22 wurden Salat und Radieschen komplett abgeerntet. Für die Radieschen war es allerhöchste Zeit, sie sind zwar relativ klein, aber schon ziemlich fest und einige recht holzig. Und der Salat fängt sonst an zu schießen. Aber die nächste “Ladung” Salat kommt bestimmt.
Das meiste ausgesäte Gemüse ist inzwischen vom Glasgewächshaus in die Folientunnel und auf den Acker gewandert – also ist dort wieder Platz für neue Aussaat. Jetzt ist der Kohl dran (Grün-, Weiß-, Rot-, Rosen-, Wirsing…), damit wir auch im Herbst noch prima Ernte haben können.
Gerade hatten wir uns mit einer Gruppe daran gemacht, Salat und Kohlrabi vom Beikraut zu befreien, da ließ uns ein lautes Summen und Brummen wieder innehalten. Einem unserer Bienenvölker wure der Stock zu eng und plötzlich war die Luft über dem Acker mit 20- oder 30.000 Bienen bevölkert, die sich kurze Zeit später an einem Ast am Waldrand sammelten. Wenn ein Bienenstock zu voll wird, entscheidet sich die Königin irgendwann zu schwärmen und durch die von ihr verbreiteten Duftstoffe lockt sie ihren Schwarm mit sich. Im alten Bienenstock bleiben einige Jungköniginnenpuppen zurück – und diejenige, die dann als erste schlüpft, wird die neue Königin des Stockes. Die alte Königin dagegen gründet mit ihrem Schwarm einen neuen Staat an neuem Ort, z. B. in einem alten Baum (leider inzwischen sehr selten) oder in einem neuen Imkerkasten.