Fragen & Antworten

Wie kann ich Mitglied bei der SoLaWi Niederrhein werden?

Alle Interessierten, die sich unserer SoLaWi Wirtschaftsgemeinschaft anschließen möchten, können sich über unsere E-Mailadresse „solawi-niederrhein(ät)web.de“  oder  über die Telefonnummer 0162 / 57 64 066 an uns wenden. Im Folgenden kann ein Treffen, vielleicht direkt auf unserem Acker oder auf dem uns sehr verbundenen Tinthof in Voerden-Spellen vereinbart werden, um z. B. zunächst mehr über die Idee hinter unserer Verbraucher-Erzeuger-Gemeinschaft und ihre Strukturen zu erfahren. Als Nächstes folgt dann die Anmeldung, die für ein Wirtschaftsjahr gilt. Das Wirtschaftsjahr der SoLaWi Niederrhein e. V. beginnt am 1. März und endet am 28./29. Februar eines Jahres. Eine Kündigung zum Ende des Wirtschaftsjahres (28./29.02) muss bis zum 30.11. des laufenden Wirtschaftsjahres bekannt gegeben werden, ansonsten verlängert sich der Ernteanteil um ein weiteres Wirtschaftsjahr. Durch die Zeichnung eines Ernteanteils wird gleichzeitig für die Dauer des Ernteanteilbezuges die dann kostenfreie Mitgliedschaft im Verein „SoLaWi Niederrhein e. V.“ erworben. Hier auf der Website finden sich auch die entsprechenden >Anträge und ergänzende Dokumente.

Wie lange gilt die Mitgliedschaft?

Die SoLaWi Niederrhein ist langfristig auf viele Jahre angelegt. Da die landwirtschaftliche Produktion das ganze Jahr hindurch finanziert werden muss, legen sich auch die Mitglieder immer mindestens für ein SoLaWi-Wirtschaftsjahr fest, das derzeit vom 1. März eines Jahres bis 28./29. Februar des Folgejahres dauert. Nur im Ausnahmefall ist ein vorzeitiges Aussteigen möglich. Dann muss jedoch dafür gesorgt werden, dass die gezeichneten Ernteanteile von Nachfolger*innen übernommen werden.

Wieviel kostet ein Anteil und was beinhaltet der Betrag?

Derzeit liegt der Beitrag für einen vollen Anteil bei 75 Euro, für einen halben Anteil bei 40 Euro pro Monat – auf Grundlage der geschätzten Jahreskosten der kompletten landwirtschaftlichen Erzeugung. Man kauft bei unserer SoLaWi also keine „Gemüsekiste“, sondern finanziert den kompletten Prozess inklusive Lohnkosten für unsere Gärtner*innen, Saatgut, Werkzeuge, Versicherungen, Reparaturen und andere notwendige Investitionen mit. Die Abnehmer*innen erhalten im Gegenzug die gesamte Ernte – das heißt jedoch nicht, dass das erhaltene Gemüse zwangsläufig dem Wert eines Anteils entspricht. Die Höhe des Jahresetats, also der Bedarf für das folgende Wirtschaftsjahr, wird jährlich neu ermittelt und erläutert.

Wie viele Anteile kann man für sich erwerben?

Die kleinste Menge, die abgegeben wird, ist ein halber Anteil. Nach oben gibt es theoretisch kein Limit.

Wie läuft die Zahlung des Anteils ab?

Das Jahresbudget komplett und im Voraus zu erhalten erspart der SoLaWi viel Verwaltungsarbeit und Zeit. Zudem gestattet es auch, die Investitionen in den ersten Monaten eines Jahres ohne Fremdkredite und zusätzliche Kosten finanzieren zu können. Wenn es also möglich ist, den Jahresbeitrag auf einmal im Voraus zu entrichten, so wäre dies für die gesamte Gemeinschaft von Vorteil. Natürlich ist es ist aber auch möglich, den Beitrag in halb-, vierteljährlichen oder monatlichen Einheiten zu zahlen. Die Zahlung erfolgt per SEPA-Lastschriftermächtigung, die sich auch auf dem entsprechenden Antrag findet.

Warum kann ich nicht während des Jahres einsteigen?

Langfristige Planungen sind in der Landwirtschaft grundlegend – eine Saison dauert ein Jahr. Landwirt*in/Gärtner*in beginnen frühzeitig mit der Planung, wie viele und welche Sorten angebaut werden. Um die gewünschten Anteile einplanen zu können, muss die Gemeinschaft frühzeitig wissen, wer mit wie vielen Anteilen mitmachen möchte. Im Laufe der nächsten zwölf Monate wird dann gesät, gepflegt, geerntet, (gelagert,) verteilt, gekocht und gegessen. Länger dauernde Mitgliedschaften sowie gezielte Ein- und Ausstiegszeitpunkte erleichtern allen die Arbeit und die Finanzierung.

Wer arbeitet eigentlich in der SoLaWi?

Um den Acker kümmern sich von der SoLaWi angestellte Gärtner*innen. Derzeit beschäftigen wir einen festangestellten Gärtner, ab Januar 2019 soll eine weitere Gärtnerin mit einer 450 €-Stelle dazukommen. Dazu können gegebenenfalls weitere stundenweise Beschäftige und Praktikant *innen kommen. Und natürlich packen alle SoLaWistas nach ihren Fähigkeiten und Kräften mit an. Im Wirtschaftjahr 2018/19 gab es von April bis Oktober z. B. regelmäßige Termine jeden 2. und 4. Samstag im Monat, bei denen gmeinsam gearbeitet wurde.

Ist die Mitarbeit auf dem Acker verpflichtend?

Gemäß dem Motto „Gemeinsam ackern“ versteht sich die SoLaWi als Gruppe, deren Mitglieder nicht nur Kosten und Ernte, sondern auch Verantwortung und Arbeit teilen. Mitarbeit ist also gewünscht und erwartet, aber nicht verpflichtend. Es gilt das Prinzip: „Je mehr sich aktiv beteiligen, desto mehr kommt dabei für alle rum!“ Wer sich aus körperlichen oder zeitlichen Gründen nicht in der Lage sieht, regelmäßig auf dem Feld zu helfen, wird natürlich nicht ausgeschlossen. Übrigens: Auch unsere Arbeitsgruppen „Öffentlichkeitsarbeit“, „Organisation“, „Finanzen“ oder auch Vorschläge für neue Initiativen und Aktivitäten bieten viel Raum, um sich je nach persönlicher Vorliebe und Fähigkeiten einzubringen.

Welche Lebensmittel bekomme ich?

Wir bauen vorwiegend Blatt- und Wurzelgemüse, Kürbisgewächse, Salate, Kräuter, diverse Kohlsorten sowie Tomaten an, die in unserer Region gut gedeihen (insgesamt übers Jahr verteilt ca. 40 Kulturen). Eine Ausweitung des Angebots ist für die folgenden Wirtschaftsjahre in Vorbereitung.

Kann ich eine Gemüsesorte abbestellen?

Nein. Aber es kann natürlich mit anderen Mitgliedern getauscht werden, die ihr Gemüse am selben Verteilerpunkt abholen. Sprecht Euch bitte ab, tauscht, verschenkt …

Warum sind auch schrumpelige oder komisch aussehende Karotten in meinem Ernetanteil?

Im Gegensatz zum üblichen Handel, der nur „gut aussehende“ und vor allem verpackungsgerechte Erzeugnisse anbietet, wollen wir unnötige Lebensmittelabfälle vermeiden. Auch eine krumme Gurke, eine komisch aussehende Karotte oder eine kleine Kartoffel schmecken vorzüglich und kommen deshalb mit in die Verteilung und Nutzung.

Unser Ziel sind bestmögliche Lebensmittel, regional, saisonal, feldfrisch, ohne Einsatz von Kunstdünger, Unkrautvernichtungsmitteln oder Schädlingsbekämpfungsmitteln. Gute landwirtschaftliche Praxis, lebendige und nährstoffreiche Böden, gutes Saatgut und Jungpflanzen, das Können und Geschick von Landwirt*in und Gärtner*in bescheren uns feldfrische, gesunde und nährstoffreiche Feldfrüchte. Ein offizielles „Biosiegel“ haben wir aber nicht.

Und wie kommt jede/r an ihre/seine Ernte?

In den Erntemonaten wird einmal wöchentlich geerntet. Die Ernte kommt feldfrisch zu einem zentralen Abholraum auf dem Tinthof. Da es unser Anspruch ist, möglichst umweltfreundlich, kosten- und arbeitssparend zu agieren, wollen wir dezentrale Depots schaffen, die nahe an den Wohnorten der Mitglieder liegen. Derzeit gibt es Depotgruppen in Xanten, Alpen, Rheinberg, Moers/Neukirchen-Vluyn/Rheinhausen, Dinslaken und Duisburg. Jedem Mitglied ist es freigestellt, ob und bei welcher Depotgruppe es mitmachen möchte. Die Anteilseigner*innen und die Mitglieder der einzelnen Depotgruppen sind für die Abholung selbst verantwortlich. Diese Verteilstruktur ist bei uns noch im Aufbau und lebt davon, dass alle aktiv mitmachen. Die derzeitigen Abholtage sind Freitag 14:00 – 16:00 Uhr und Samstag 10:00 – 12:00 Uhr. Der gewünschte Abholtag kann wöchentlich gewählt werden und wird vorab (bis Donnerstag Vormittag) in eine Doodle-Liste eingetragen. Der Link zum Doodle wird mit dem Hofbriefen versandt. Im Hofbrief (wöchentlich per Mail und in Auszügen online auf der Website) finden sich auch aktuelle Neuigkeiten und Informationen aus der SoLaWi und vom Acker. Um die Ernte nach Hause zu befördern, sollte ein Korb, Taschen oder Kisten mitgebracht werden. Damit vermeiden wir jede Menge Verpackungsmüll.

Was ist, wenn ich im Urlaub bin?

Das klärt jeder der Verteilerpunkte/Depots für sich. Ob das überzählige Gemüse an die anderen Abholer*innen verteilt wird, man selbst einen Nachbarn oder Freund*innen schickt und somit jemandem ein „Probeabo“ zukommen lässt, kann (und soll) eigenständig geregelt werden.

Warum bezahlt man auch, wenn es keine Ernte gibt?

Die Gemeinschaft finanziert die landwirtschaftliche Produktion das ganze Jahr hindurch. Im Frühjahr, wenn Gärtner*in und Landwirt*in auf Hochtouren arbeiten, gibt es noch wenig zu ernten, aber dennoch Kosten und Investitionen, die durchgehend finanziert werden müssen. Dafür gibt es vor allem in den Sommermonaten eine sehr reichhaltige Ernte.

Was bedeutet SoLaWi?

Solidarische Landwirtschaft, abgekürzt SoLaWi, ist abgeleitet vom amerikanischen Begriff „Community Supportes Agriculture“. Ein Kreis von Verbraucher*innen schließt sich lokal mit einem landwirtschaftlichen Betrieb oder einer Gärtnerei zusammen, finanziert die Jahreskosten der Lebensmittelproduktion und sichert sich damit die Eigenversorgung mit nachhaltig und hochwertig erzeugten Lebensmitteln. Die Gemeinschaft gibt dem/der Landwirt*in oder Gärtner*in Planungssicherheit und ein gesichertes Einkommen. Der/die Landwirt*in oder Gärtner*in wissen, für wen sie produzieren.

Warum funktioniert SoLaWi?

Die SoLaWi lebt vom Vertrauen zueinander: Jede/r trägt bei, was sie oder er beitragen kann. So finanziert die Gemeinschaft die landwirtschaftliche Produktion. Die Menschen vertrauen einander und ihren Landwirt*innen und Gärtner*innen.

Muss ich Mitglied im Verein „SoLaWi Niederrhein“ werden, um einen Ernetanteil zu zeichnen?

Ja, die Anteilszeichnung für ein Wirtschaftjahr ist an die Vereinsmitgliedschaft gebunden. Eine Mitgliedschaft im Verein ist aber auch ohne Zeichnung eines Ernteanteils möglich. Durch die gleichzeitige Mitgliedschaft im Verein „SoLaWi Niederrhein e. V.“ können eigene Wünsche und Vorstellungen zur weiteren Entwicklung der SoLaWi wirksam eingebracht, mitbestimmt und umgesetzt werden.