8. August – Solidarische Landwirtschaft und die anhaltende Dürre

Die Medien sind voll mit Berichten über die Dürre, die dringend benötigte finanzielle Hilfe für Bauern und Landwirte, um ihren Betrieb zu erhalten sowie die Diskussion, wer diese Hilfen bezahlen soll: Brüssel oder Berlin?!? Wer sich darum nicht kümmern muss, ist unser Gärtner Maik. Er hat durch die Solawi sein festes Gehalt und weiß, dass er seine Rechnungen zahlen kann.

Das Wetter und die damit verbundenen Ernteausfälle beschäftigen ihn natürlich dennoch. Vorgesehen war ja immerhin, wöchentlich Ernte zu verteilen, und der Sommer ist ja die Haupterntezeit. Trotz täglichen 10-stündigen Bewässerungseinsätzen gehen die Pflanzen reihenweise ein. Für dieses Wochenende ist nichts zum Ernten da; die Woche darauf gibt es aber dann hoffentlich wieder Zwiebeln, Mangold, Bohnen, …. und sicher einen Arbeitseinsatz am Samstag (18.8.): die Kartoffelernte steht an.

Vielen Dank für die zahlreichen Rückmeldungen und aufbauenden Worte zu Maiks Gärtnerbrief, die zeigen, dass so viele Solawistas den Verein nicht als eine Gemüse-Abo-Kiste sehen, sondern wirklich bereit sind, das Risiko (auch das des Ernteausfalls) zu teilen. Das nochmal ausdrücklich geschrieben zu bekommen, beruhigt zum einen Maik, aber natürlich auch den Vereinsvorstand, der ja das Gehalt und alle Rechnungen bezahlt 🙂

Wie das weitere Wirtschaftsjahr verlaufen kann, wird der Wetterwechsel in den nächsten Tagen zeigen. Die große Frage ist, ob der Wechsel anhält und das Setzen von Jungpflanzen für eine Ernte im Herbst ermöglicht oder ob nach ein paar Tagen Verschnaufpause die Hitze zurückkommt und wir das Geld für die Jungpflanzen (immerhin um 500 €) besser nicht investieren sollten, da diese dann auch eingehen würden. Keine leichte Entscheidung für unseren Gärtner, aber er muss sie in den nächsten Tagen treffen und uns über alle Optionen aufklären.

Und dann natürlich noch ein ganz, ganz großes Dankeschön an die HelferInnen, die am vergangenen Freitag im Schweiße ihres Angesichts geerntet haben!

1. Juli – das Wetter … und trotzdem Ernte

Der Niederrhein dörrt aus (Überschrift im Stadt-Panorama, 1. August 2018)
Die Hitze und Trockenheit im Westen halten weiter an. Die Bäume werfen seit Wochen massiv ihre Blätter ab und Wiesen verwandeln sich in braune Steppen, auch die Bäche, Flüsse und Seen trocknen aus. So wurde im Einzugsgebiet der Emscher der trockenste Juli seit Beginn der Wetter-Aufzeichnungen im Jahr 1891 (!) notiert. Die Niederschlagssumme Juli macht z. B. im Kreis Wesel mit 14 Litern pro qm gerade einmal 16,6 % des “normalen” Julis aus. Und in Dinslaken ist von diesen 14 Litern so gut wie gar nichts angekommen. Der Kreis Wesel leidet im gesamten Bundesgebiet mit am meisten. Der für letzten Samstag vorausgesagte Regen fiel fast komplett aus, und die wenigen Tropfen, die fielen, verdampften, bevor sie auf den Boden ankamen.

Voerde-Spellen: Breitengrad 51,6094, Längengrad 6,6142.
Quelle: Helmholtz Zentrum für Umweltforschung (UFZ)

Im Schnitt regnet es im Juli an neun bis zehn Tagen – in diesem Juli fiel aber so gut wie gar kein Niederschlag., den letzen kräftigen Guss gab es (vereinzelt) im Juni. Laut des “Dürremonitors” des Helmholtz-Institut für Umweltforschung herrscht am Niederrhein in weiten Teilen schwere Dürre, im Kreis Wesel sogar an manchen Orten extreme Dürre (das ist die zweithöchste Stufe, danach kommt nur noch “außergewöhnliche” Dürre). Und eine Änderung ist leider nicht in Sicht – hier und dort gibt es heute vielleicht ein paar Regentropfen, aber ab morgen sind schon wieder tagsüber mindestens 30 Grad, viel Sonne und dazu tropische Nächste vorausgesagt.
Unter diesen Umständen grenzt es geradezu an ein Wunder, dass Maik es in den letzten Wochen immer noch geschafft hat, überhaupt etwas auf unserem Acker am Leben zu erhalten!!! Und es auch diese Woche Ernte geben wird – voraussichtlich Zwiebeln, Lauchzwiebeln, Möhrchen, Tomaten, Rote Beete und Mangold.

28. Juli – Hofbrief vom Gärtner

Maik der Gärtner hier. Wie ihr sicherlich aus diversen Berichten  mitgekriegt habt, ist dieses Jahr erneut einiges im Argen. Zunächst fiel der Frühling aus und nun gab es seit ungefähr Ostern recht herbe Wassermangelzustände.

Mit meiner Beregnungsanlage versuche ich seit Wochen der Lage Herr zu werden, doch ab einem bestimmten Punkt hat auch das keinen Sinn mehr. Kulturen wie Pastinaken, Radieschen und nun zu guter Letzt auch noch mein Brokkoli und der Blumenkohl sind diesen Umständen nun zum Opfer gefallen.

Nehmen wir einmal das Beispiel Blumenkohl und Brokkoli:
Gewässert habe ich ihn so weit, dass er erhalten bleibt, doch binnen 1-2 Tagen war die dann zudem verschlemmte Erde – die ich anfänglich mühsam wieder aufgearbeitet hatte – wieder trocken. Die Hitze, der verschlemmte Boden und die damit verbundene schlechte Bodengare, führte zu vermehrtem Erdflohaufkommen, welches ich trotz Gießens, Bearbeitung und sogar Knoblauchsuds nicht Herr werden konnte.
Die Röschen sind hart, trocken, nahezu verholzt, zerfressen von Erdflöhen und neigen außerordentlich schnell zur Notblüte. Auch den Rucola hat es dahingerafft und der neu gepflanzte Kohl leidet ebenso stark.

Bei diesen Temperaturen und Witterungen sind Unkrautaktionen auch unsinnig oder gar kontraproduktiv, da dieses Beikraut wenigstens noch ein wenig Schatten liefert.

Gepaart mit den anderen Schwierigkeiten im übersprungenen Frühling und dem lange Zeit alleine auf dem Acker stehen, stehe ich nun vor einem immer härter werdenden Kampf gegen die Natur. Selbst bei dem kleinen Gartenbereich unserer Nachbarin sind die Karotten in Blüte gegangen und vertrocknet.

Abgesehen davon, dass das Arbeiten bei der Hitze seit einiger Zeit immer anstrengender wird, befürchte ich den Ernstfall für dieses Jahr, denn jene Arbeiten und jene Vegetationsperiode bis spätestens Juni/Juli formen auch die Aussichten auf den Herbst bis in den frühen Winter hinein. Ein guter “Landregen” würde durchaus die noch bestehenden Kulturen aufpäppeln, doch muss ich betonen, dass die Kulturen, die nun verreckt sind, unwiderruflich verloren sind und nicht mehr zu Ernten sind. Auch gesäte Pflanzen liegen nun seit fast 1,5 Monaten im Boden und das Jahr könnte zu kurz für sie geworden sein, um Ertrag zu liefern.

Erklärung auch dazu:
Hätte ich nun die gesäten Streifen gewässert, wären diese aufgekeimt und ich hätte bei diesem Wetter durchgehend die Flächen feucht halten müssen. Gegen Regen kann man nicht an-wässern. Vorhin erwähnte Nachbarin sagte zu diesem Thema: “Ich ernte nun alles noch, was ich noch retten kann und dann war es das wahrscheinlich für dieses Jahr.”
Beim trockensten Jahr in Deutschland seit Beginn der Wetteraufzeichnungen ist dies kein Wunder und auch andere Landwirte hadern. Gestern Nacht gab es ein Gewitter mit ganz guter Regenmenge, was Hoffnung schürt, doch möchte ich erneut darauf hinweisen, dass bereits diverse Kulturen hinüber sind und das Saatgut zwar jetzt aufkeimen wird, doch falls die Wettervorhersagen stimmen, dann kommen zwei weitere heiße und trockene Wochen auf uns zu. Das würde auch den Tod der gesäten Kulturen bedeuten.

Ich bin gewillt, weiter diesen Kampf zu kämpfen bis zu dem Punkt an dem ich entscheiden muss, ob es noch sinnvoll ist, doch vor Allem geht es in den nächsten Monaten darum, uns auf ein starkes, gut geplantes Jahr 2019 vorzubereiten:

  • Eine bessere Bewässerung (vielleicht via Tröpfchenbewässerung)
  • Einen Brunnen mit größerer Fördermenge, dass mehr als 2 Sprenger á 500m² gleichzeitig laufen können
  • Versuch und langsamer Aufbau von Permakultur, um besser mit dem Erdfloh klarzukommen
  • Bereits früh im Jahr mit helfenden Händen das Jahr gestalten, da dort der Grundstein für den Rest des Jahres gelegt wird.
  • Emsig arbeiten und fleißig feiern – uns nach getaner Arbeit auch mehr Festivitäten gönnen.

Ich möchte allerdings noch einmal betonen, dass es wunderbar ist, dass innerhalb der letzten 3 Monate die Helferzahlen an Samstagen von circa 4-7 auf geschlagene 10-20 Personen angestiegen ist. Lob an euch, doch gegen Mutter Natur kann der Mensch nicht lange arbeiten, vor allem nicht, wenn es sich um eine neugestartete SoLaWi handelt, die noch keine krisenfesten Routinen vorweisen kann.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/duerre-in-deutschland-die-auswirkungen-der-rekord-trockenheit-a-1219222.html

25. Juli – Permakultur und ein funkelnagelneuer Twitter-Account

Liebe Solawi-Pioniere,
es gibt einiges zu berichten diese Woche: Zuerst zum Vereinsfest: vielen Dank an alle, die am Samstag dabei waren. Es war ein großer Spaß, auf dem Acker mal nicht zu arbeiten, sondern einfach in der Gemeinschaft zusammen zu sein, zu essen, zu trinken und sich auszutauschen. Es sind noch Getränke übrig, sodass wir das das nach den Sommerferien wiederholen werden 🙂 Termin steht noch nicht fest.

Bei dem World Café, das ein Teil des Vereinsfestes war, wurden u. a. folgende Notizen festgehalten, die noch nicht im Detail ausgewertet seid, aber vielleicht soviel schon mal vorab:

Da gab es Fragen nach Permakultur: im nicht bepflanzten Teil des Ackers ist jedeR gerne eingeladen und willkommen, sich dort auszutoben und seine Ideen in die Praxis umzusetzen. Voraussetzung ist natürlich Absprache mit Maik und Beachtung der Demeter-Prinzipien. Maik steht dem Thema auch offen gegenüber und hat seinerseits vor, ggf. im nächsten Jahr auf einem Karree mit Permakultur zu experimentieren.

Fürs Gärtnern mit Kindern (vor allem Kleineren, die noch nicht wirklich mithelfen können), kann – ebenfalls auf dem ungenutzten Anteil des Ackers – gerne eine Buddelecke o. ä. eingerichtet werden. Auch hier sind die Solawistas, die dies nutzen könnten, aufgefordert, gerne tätig zu werden.

Für diejenigen, die lieber sonntags als samstags auf den Acker kommen möchten – kein Problem. In der Regel ist Maik auch sonntags dort. Wir stellen für Absprachen auch gerne den direkten Kontakt her.

Dank Sabine aus Duisburg hat unsere Solawi nun übrigens auch einen Twitter-Auftritt! Schaut mal bei Gelegenheit rein 🙂

21. Juli – ein Picknick auf dem Acker

Ein Grundsatz der solidarischen Landwirtschaft ist die Gemeinschaft. Also wollen wir uns nicht nur zu Arbeitseinsätzen auf dem Acker treffen, sondern auch mal ein gemütliches Vereinsfest veranstalten. Das Mitbring-Picknick am gestrigen Samstag war das erste, aber sicherlich nicht das letzte seiner Art. Für (anfangs noch) kühle Getränke war gesorgt, gute Laune, Geschirr (Glas, Teller, Besteck) und was zu essen brachten alle Teilnehmer*innen mit. Aus allen – wie bei solchen Mitbring-Feiern üblich – viel zu reichlich mitgebrachten Speisen war schnell ein leckeres Buffet zusammengestellt. So konnten rund 30 Solawistas schmausen und plauschen. Und dabei auch noch bei einem World Café kreativ werden, an drei Tischen konnte zu den drei Themen Qualität, Mitarbeit und Utopie nachgedacht und diskutiert werden. [beim Orgatreff nächsten Dienstag schauen wir uns die Ergebnisse an und berichten dann]. Für die Jungkühe auf der Weide nebenan war der Nachmittag anscheinend auch eine nette Abwechslung, denn sie kamen immer wieder neugierig an den Zaun 🙂

16. Juli – Solawi-Vernetzungstreffen und Hoffnung auf Regen

Auf dem Acker haben Maik und Elisabetta wie immer fleißig gerödelt, damit es in den nächsten Monaten weiter Ernte gibt – u. a. haben sie Kohl gehackt, viel Fläche vorbereitet und gesät, Gurken angebunden und natürlich gewässert. Diese Woche werden Salat-, Steckrüben-, Fenchel- und Rosenkohl-Pflänzchen geliefert. Hoffen wir, dass es lange und sanft regnet, wenn die Kleinen in die Erde kommen.

Abseits des Ackers gab es auch einen interessanten Termin: Die Verbraucherzentrale hat ein Vernetzungstreffen der Solawis aus NRW organisiert. Neben uns haben sich “Vertreter*innen” aus Düsseldorf, Krefeld, Vorberg und Dortmund auf dem Biobauernhof Essers in Jüchen getroffen, wo die Solawi Eicken seit diesem Jahr ihren Acker gepachtet hat. Neben einem allgemeinen Austausch über die einzelnen Vereine bzw. Betriebe und Beschwerden über das Wetter (auch die anderen haben daran zu knabbern) haben sich Arbeitsgruppen z. B. über Wirtschaftlichkeit und Wachstum der Gemeinschaften, Anbaumethoden, Saatgutgewinnung und Jungpflanzen unterhalten. Sehr interessant war dabei der Vergleich, wie viele Gärtner*innen mit wie vielen Wochenstunden welche Fläche bearbeiten, wie die Mitarbeit der Mitglieder organisiert ist und wie viel ein Ernteanteil kostet. Alles in allem kann man sagen, dass wir mit Dortmund zu den günstigeren Solawis gehören und die wenigste Mitarbeit vorgesehen ist, abgesehen von Krefeld und Dortmund, wo es gar keine Arbeitseinsätze gibt. In Düsseldorf und Eiken hingegen wird jede Woche unterstützt.

Beruhigend zu wissen ist, dass jede Solawi vor ähnlichen Problemen stand, ihren eigenen Weg gefunden hat, diese zu lösen und dadurch unterschiedlich organisiert ist. Wie und ob wir die Lösungen unserer Nachbarn nutzen können, unsere Solawi weiterzuentwickeln, werden wir in den nächsten Vorstandssitzungen besprechen.

Neben einer Wiederholung des Vernetzungstreffen im Sommer 2019 wird als gemeinsames Projekt ein Arbeitskreis gebildet, um ein Konzept für die Jungpflanzenzucht zu entwickeln. So können die Solawis mehr Autonomie vom Handel erreichen. Die Umsetzung wird allerdings ein mittelfristiges Projekt für die nächsten Jahre. Wir freuen uns auf jeden Fall auf das nächste Treffen 2019!

11. Juli – zu viel Sonne und viel zu viele Erdflöhe

Seit wann hat es in eurer Stadt nicht mehr geregnet? Der Acker wird seit einer gefühlten Ewigkeit künstlich bewässert. Gegen die 30° C der letzten Tage und Wochen ist das aber der buchstäbliche Tropfen auf dem heißen Stein. Die Ernte der letzten Woche war schon eher spärlich, so daß für diese Woche entschieden wurde, sie ausfallen zu lassen und dem Gemüse noch eine Woche Sonnenschein in Spellen zu gönnen ;-). Dann wächst es auch noch etwas.

Neben dem kalten Frühjahr 2017 war der Erdfloh ja häufig Thema in den Hofbriefen der letzten Saison. Damals wurde berichtet, dass man ihn mit ausreichend Wasser und Bodenarbeit im Schach halten könnte … das klappt dieses Jahr leider nicht so ganz. Also hat Elisabetta einen Versuch gestartet und probiert mit einem Sud aus Knoblauch und Tomatenblättern, die Tierchen von unseren Pflänzchen zu verscheuchen. Nur für den Fall, das ihr euch in den letzten Tagen gefragt habt, warum es auf dem Acker so komisch riecht 😉 Wir gehen davon aus, dass der Geruch bis zum 21. Juli verflogen ist und wir unser Vereinsfest ausgelassen feiern können.

Ansonsten gibt es noch einen Fernseh-Tipp von Martin und Rainer zum Thema Gemüseanbau, der euch zwar am Wochenende nicht satt macht, aber vielleicht nochmal die Gründe für eine solidarische Landwirtschaft in Erinnerung ruft: https://www.ardmediathek.de/tv/Reportage-Dokumentation/Europas-dreckige-Ernte/Das-Erste/Video?bcastId=799280&documentId=53915236

21. Juni – Noternte und ein Sommerfest

Letzte Woche gab es, da Maik krankheitsbedingt ausfiel, nur eine kleine Ernte. Vielen Dank nochmals an das Noternteteam um Peter, das dafür sorgte, dass Salat, Mangold und Kohlrabi verteilt werden konnte. Und danke auch für Euer Verständnis!

Am Samstag zeigte beim turnusmäßigen Arbeitseinsatz eine starke Truppe dem Beikraut, was eine Hacke ist und bepflanzte noch einen Folientunnel mit neuen Jungpflanzen. Und auch Maik steht nun, halbwegs gesund, wieder auf dem Feld und arbeitet eine umfangreiche to do-Liste ab, unterstützt von Elizabetta. Leider wird uns Richard nicht weiter als Unterstützungsgärtner begleiten, zu unterschiedlich waren unsere Vorstellungen von Verlässlichkeit und Arbeitsorganisation.

Weil so viele akute Probleme zum Ende der letzten Woche auftauchten, traf sich der erweiterte Vorstand schnell mal zwischendurch am Dienstag in Rheinberg zur Krisensitzung. Wir haben es in diesem Jahr (noch) nicht geschafft, ein gutes Gärtnerteam auf die Beine zu stellen. Maik hat super geplant, zeitgerecht bepflanzt und arbeitet bis über die Belastungsgrenze hinaus, der Acker braucht aber unbestritten noch eine*n zweite*n Gärtner*in. Leider hatten wir ziemliches Pech mit Conny und Richard und gute, motivierte und belastbare Gärtner*innen sind gerade schwer zu finden, der Arbeitsmarkt ist leer oder sie brauchen mehr Stunden, als unser Finanzplan hergibt. Momentan behelfen wir uns mit punktueller Unterstützung durch bezahlte Hilfskräfte. Bis Ende Juli – wenn niemand ausfällt – sollte es erstmal einigermaßen klappen, wir suchen / planen / reden weiterhin unermüdlich, um Maik nicht als Einzelkämpfer im Regen stehen zu lassen. Natürlich entlasten auch die Arbeitseinsätze Maik, der sich nicht mehr so extrem mit Beikraut rumärgern muss.

Eigentlich wollten wir alle SoLaWi-Mitglieder in einer kurzfristigen Vollversammlung über diese schwierige Situation informieren und gemeinsam Lösungen diskutieren. Warum nicht das Notwendige mit dem Schönen verbinden  – deshalb präsentieren wir Euch: Einladung zum Sommerfest am Samstag, den 21. Juli ab 16 Uhr auf unserem Acker! Wie beim Erntedankfest im letzten Herbst möchten wir wieder gemeinsam schnibbeln und brutzeln. Wir werden aber am Anfang ein World-Café veranstalten und in Kleingruppen die derzeitigen Probleme unserer SoLaWi diskutieren.

14. Juni – ein paar langweilige Fakten und Erinnerungen

Unser Gärtner Maik hat inzwischen regelmäßige Unterstützung durch Richard (3 Tage) und Elizabetta (2 Tage), aber natürlich wächst bei diesem optimalen Wetter nicht nur das Gemüse gut. Wie praktisch, dass am kommenden Samstag wieder ein regulärer Arbeitseinsatz-Termin stattfindet, wie immer ab 10 Uhr. Wer früher kommen mag, kann das natürlich auch gerne tun! Auf dem Plan steht, dass Chili, Gurken, Salat und Kräuter in den zweiten Folientunnel einziehen möchten und im Freiland wieder jede Menge Beikraut gejätet werden “darf”. Denkt an Hacken und Handschuhe.

Als Erinnerung und für die Neu-Solawistas unter euch ein paar Infos zu Ernte und Abholraum:

Wir wollen nicht zu viel und nicht zu wenig ernten, es soll aber für alle immer reichen (und wir wollen keine Reste an die Kühe verfüttern). Dafür wird von Maik und seinen Helfer*innen am Freitag und Samstag Morgen geschaut, welches Gemüse tatsächlich erntereif ist – und diese Menge wird dann auf die Anzahl der Abholer*innen  gerecht verteilt. Es ist also wichtig, dass jede*r von uns gut zählt und abwiegt, damit nicht zuviel übrig bleibt und auch diejeingen, die als letzte kommen, noch ihren vollen Anteil mitnehmen können.

Im vergangenen Jahr hatten wir auch eine “Grabbelkiste” für Gemüse, in die jemand, der z. B. nicht so viel Salat mitnehmen möchte, wie ihm eigentlich zusteht, den Teil, den er nicht haben möchte, hineinlegen kann. Personen, die gerne mehr Gemüse haben möchten, können sich dann aus diesen Kisten bedienen. Wenn das ungewollte Gemüse nämlich nicht in diese Kisten gelegt wird, sondern auf den Tischen liegen bleibt, wissen die nachfolgenden Abholer*innen nicht, dass mehr zur Verfügung steht und mitgenommen werden könnte. Diese “Grabbelkiste” werden wir auch in diesem Jahr wieder hinstellen.

Aufmerksame Beobachter*innen werden den Kühlschrank im Verteilraum bemerkt haben. Darin stehen Milchprodukte vom Tinthof zur Verfügung, die Preisliste liegt vor Ort aus, Bezahlung erfolgt in bar in die Kasse (Keksdose). Joghurt, Quark und Buttermilch werden in Pfandbehältern angeboten, daneben kann Käse oder auch mal Fleisch im Kühlschrank liegen. Milch kann wie gewohnt an der Tankstelle gezapft werden. Über den Tinthof werden auch Vorbestellungen angenommen. Diese werden individuell vorbereitet und im Kühlschrank hinterlegt.

7. Juni – Open Source-Tomaten und ein bisschen Entlastung auf dem Acker

Ganz allmählich zeichnet sich Entlastung auf dem Acker an. Vielleicht hat der ein oder andere am letzten Samstag Elisabetta getroffen, die fleißig Kräutersträuße für die Verteilung gebunden hat. Das war für sie ein selbst auferlegter Test, ob sie wirklich bei uns arbeiten möchte. Da sie am Dienstagabend wieder vor Ort war und zusammen mit dem erweiterten Vorstand Tomatenpflanzen gesetzt hat, kann man wohl sagen, dass sie den Test bestanden hat! Sie unterstützt Maik ab sofort zwei Tage pro Woche, unter anderem samstags. Obwohl Elisabetta keine erfahrene Gärtnerin ist, freuen wir uns über ihre engagierte und fröhliche Mitarbeit. Selbstverständlich kann sie Maik mangels Erfahrung nicht vollumfänglich vertreten, sollte er mal krank werden oder Urlaub nehmen. Dafür haben wir vielleicht auch jemanden in Aussicht. Das wird sich in den nächsten Tagen zeigen.

Foto: CC0 Public Domain / pixabay.de

Wer es ein paar Zeilen weiter oben überlesen hat: Tomatenpflanzen in vielen verschiedenen Sorten bewohnen jetzt Folientunnel Nr. 1. Unter anderem wohnt da jetzt auch eine “Open Source”-Tomate, was nichts anderes heißt, als dass auf dieser Tomatenzüchtung kein Patent liegt und jedeR, die/der sie anpflanzt, darf die Samen verwenden  und im nächsten Jahr selbst aussäen (dazu gibts auch einen netten Artikel auf utopia.de). 

Weitere Jungpflanzen müssen jetzt in den nächsten Tagen gesetzt werden. Darunter Gurken, Brokkoli, Radiccio, Fenchel, Kohlrabi … Nach 3 Wochen Arbeitseinsätzen in Folge schreiben wir heute mal lieber, dass dieses Wochenende kein Einsatz ist. Wer aber trotzdem kommen möchte, findet immer noch reichlich zu tun. Der nächste reguläre Arbeitseinsatz ist dann am 16. Juni. Bitte an Handschuhe denken. Stellenweise sitzen viele Disteln zwischen den Kulturen.

Die Örtlichkeiten für die erweiterten Vorstandssitzungen, die jeden 2. und 4. Dienstag im Monat stattfinden, können sich ab jetzt kurzfristig ändern, weil wir spontan auf dem Acker “tagen&jäten”. Wenn ihr teilnehmen wollt, kontaktiert uns doch bitte vorher, damit ihr nicht vergeblich vor der Stockumer Schule oder dem Rheinberger Rathaus wartet.