10. Oktober – Anpacken, Verteilen, eine Rückschau und Sauerkraut

Anpacken ist angesagt beim großen Arbeitseinsatz „Rein in die Kartoffeln!“ am kommenden Samstag, den 13. Oktober. Maik hat dazu einen Kartoffelroder besorgt, damit wir die vielen letzten Kartoffeln aus der Erde bekommen. Los geht’s ab 10 Uhr auf’m Acker bis fertig! Dazu brauchen wir viele Hände (und Grabegabeln, Arbeitshandschuhe …), damit wir den Acker frei bekommen für die weitere Bearbeitung. Die Kartoffeln kommen dann zum Abtrocknen in den Kartoffelkeller des Tinthofs. Der nächste Arbeitseinsatz am 20. Oktober wird sich dann den Tunnel-Toren widmen, die bis dahin hoffentlich geliefert wurden. Damit werden unsere zwei Folientunnel winterfest und können nächsten Jahr z. B. zur Anzucht von Jungpflanzen genutzt werden.

Verteilt und aus dem Keller heraus kommen die letztens geernteten Kartoffeln, die in dieser Woche mit der Ernte verteilt werden. Maik und Peter werden am Freitag ernten und aufteilen.

Die letzte Ernteverteilung in KW 39 war ein bisschen holprig: Am Freitag Vormittag musste sich Maik wegen eines Wespenstichs krank melden. Glücklicherweise konnten es Rosa, Christine und eine Freundin einrichten, gemeinsam mit Julienne, der Azubi vom Tinthof, weiter zu ernten. Vielen, vielen Dank dafür! Auch an Nicole, die so schnell reagiert und organisiert hat. Am Samstag war Maik dann aber schon wieder im Einsatz und konnte mit Elisabetta wie gewohnt ernten.

Kleiner Rückblick auf das Erntedank-Picknick am 3. Oktober: Bei sonnigem Wetter, guter Stimmung und interessanten Gesprächen trafen sich ca. 40 Menschen im Hühnertunnel. Die Solawistas haben mal wieder leckeres Essen für ein abwechslungsreiches Buffet mitgebracht. Die leckeren Solawi-Ackerkartoffeln wurden vor Ort zu Pommes verarbeitet und fanden reißenden Absatz – quasi das große Vorkosten ;-). Großes Danke an Martin für die Idee und Umsetzung! Wir haben zum Abschluss ein gemeinsames Solidaritäts-Foto für die Menschen im Hambacher Forst gemacht, einige Solawistas haben sich dann auch an der eindrucksvollen Demo am 06.10.2018 beteiligt. Beim Aufräumen wurde ein roter Schal und eine grauer Deckel für eine runde Frischhaltedose gefunden. Vermisst einer von Euch diese Dinge?

Zum Schluss noch ein Veranstaltungstipp von unserer Mit-Solawista Sabine:

Fermentieren mit Sabine Finkelmeier & Dagmar van Löchtern am Dienstag, 13.11.2018, 18 – 21 Uhr:
Gemüse fermentieren ist wieder groß in Mode. Es schmeckt nicht nur gut, sondern ist auch sehr gesund. Darmflora, Verdauung und Immunsystem werden natürlich gestärkt. Die beiden Heilpraktikerinnen Dagmar van Löchtern und Sabine Finkelmeier stellen mit Ihnen zusammen das wohl in Deutschland bekannteste Ferment überhaupt her: Sauerkraut. Natürlich fermentieren wir auch andere Gemüse wie z. B. Möhren und Sellerie. Eine kleine Verkostung von unterschiedlichen, fermentierten Gemüsen rundet den Abend ab. Bitte bringen Sie zur Veranstaltung ein Weckglas (1 Liter) mit Verschluss mit. Gebühr inkl. 8,00 Euro Lebensmittelumlage.
Anmeldung bitte über das Evangelische Bildungswerk in Duisburg

28. August – hier schreibt der Gärtner noch selbst

Heute mal wieder von Maik persönlich:

Dieses Wochenende (31.08-01.09) wird es Ernte geben! Aber aufgrund der vor einiger Zeit von mir erklärten Probleme mit der Dürre und anderen Dingen ist genau das passiert, was ich befürchtet habe:

  • Mein gesätes Erntegut ist vor 1,5 Monaten oder so bei einem kleinen Regen aufgekeimt und dann verdorrt.
  • Wenn ich letzte/vorletzte Woche noch Jungpflanzen bestellt hätte, wären die in der ersten Septemberwoche geliefert worden und die Zeit reicht nicht mehr für dieses Jahr.
  • Im nächsten Jahr wird voraussichtlich die Pipeline durch den Acker gelegt, in dem das DANN fertig werdende Pflanzgut stehen würde. Ergo wäre das rausgeschmissenes Geld.

Wir haben noch Kürbisse (die ich wahrscheinlich dieses Wochenende ernten und verteilen werde), Karotten, Kartoffeln (der Roder ist im Moment noch nicht verfügbar und die Lagermöglichkeiten noch nicht bereitet), Braunkohl, Kohlrabi (gen Herbst), Brokkoli (gen Herbst), Rotkohl (gen Herbst), Blumenkohl (gen Herbst), Salat, Tomaten, Gurken, Zucchini, Rote Beete, Petersilie, Thymian, Schnittlauch und Fenchel. Das ist nicht viel* und das Gros ist leider verkommen. Daher wird es sporadischer und sporadischer und ich muss zusehen, dass es sich für euch lohnt, vorbei zu kommen. Falls ich das eine Woche nicht mehr hinbekomme, sage ich euch Bescheid – oder dem Vorstand, dass der das tut.

Wir sehen uns

Maik

*das mit dem “nicht viel” ist Originalton Maik, der das als Gärtner und Profi wohl anders sieht als ich. Für mich gab es auch in den letzten Wochen völlig ausreichende Ernte 😉 (Die Admin Regina)

18. August – keine Kartoffeln und viiel Beikraut

Geplant war, bei diesem Arbeitseinsatz unsere Kartoffeln aus dem Boden zu holen. Das hat leider nicht geklappt, weil wir den Kartoffelroder nicht bekommen konnten und das in Handarbeit viel zu anstrengend gewesen wäre. Macht aber nix, die Kartoffeln werden im Boden so schnell nicht schlecht und sind da sogar besser aufgehoben als in einem zu warmen Lagerraum. Das war ja nicht der letzte Arbeitseinsatz – und wenn die Sommerferien vorbei sind, schaffen wir bei einem der nächsten Termine sicherlich die 20-Leute-gleichzeitig-auf-dem-Acker-Marke. Die nächsten beiden Arbeitseinsätze sind übrigens am 1. und am 15. September, schon mal zum notieren 😉

Außerdem hat der Regen der letzten Tage (ja, es hat tatsächlich auch auf unserem Acker ein wenig geregnet!) nicht nur unserem Gemüse, sondern auch den  Disteln, der Melde und dem Franzosenkraut – auch als Bei- oder Unkraut bekannt – sehr gut getan. Also konnten wir mit rund 10 Solawistas plus Maik und Elizabetta den Buschbohnen, dem Fenchel, dem Lauch, den Kürbissen und dem Rotkohl zu mehr Platz und Licht verhelfen, auf dass sie groß und kräftig werden. Jetzt hoffen wir, dass es nicht mehr so mega-heiß wird und ab und zu ein bisschen regnet, dann sieht die Lage in den nächsten Wochen zumindest nicht ganz so hoffnungslos aus.

Und diese Woche gab es auch wieder eine richtig fette Ernte – ein paar der Zucchinis haben die 1-Meter-Länge locker überschritten. Und mich würde interessieren, was ihr mit den Gurken so alles anfangt (außer Gurkensalat und Tsatsiki machen)?

8. August – Solidarische Landwirtschaft und die anhaltende Dürre

Die Medien sind voll mit Berichten über die Dürre, die dringend benötigte finanzielle Hilfe für Bauern und Landwirte, um ihren Betrieb zu erhalten sowie die Diskussion, wer diese Hilfen bezahlen soll: Brüssel oder Berlin?!? Wer sich darum nicht kümmern muss, ist unser Gärtner Maik. Er hat durch die Solawi sein festes Gehalt und weiß, dass er seine Rechnungen zahlen kann.

Das Wetter und die damit verbundenen Ernteausfälle beschäftigen ihn natürlich dennoch. Vorgesehen war ja immerhin, wöchentlich Ernte zu verteilen, und der Sommer ist ja die Haupterntezeit. Trotz täglichen 10-stündigen Bewässerungseinsätzen gehen die Pflanzen reihenweise ein. Für dieses Wochenende ist nichts zum Ernten da; die Woche darauf gibt es aber dann hoffentlich wieder Zwiebeln, Mangold, Bohnen, …. und sicher einen Arbeitseinsatz am Samstag (18.8.): die Kartoffelernte steht an.

Vielen Dank für die zahlreichen Rückmeldungen und aufbauenden Worte zu Maiks Gärtnerbrief, die zeigen, dass so viele Solawistas den Verein nicht als eine Gemüse-Abo-Kiste sehen, sondern wirklich bereit sind, das Risiko (auch das des Ernteausfalls) zu teilen. Das nochmal ausdrücklich geschrieben zu bekommen, beruhigt zum einen Maik, aber natürlich auch den Vereinsvorstand, der ja das Gehalt und alle Rechnungen bezahlt 🙂

Wie das weitere Wirtschaftsjahr verlaufen kann, wird der Wetterwechsel in den nächsten Tagen zeigen. Die große Frage ist, ob der Wechsel anhält und das Setzen von Jungpflanzen für eine Ernte im Herbst ermöglicht oder ob nach ein paar Tagen Verschnaufpause die Hitze zurückkommt und wir das Geld für die Jungpflanzen (immerhin um 500 €) besser nicht investieren sollten, da diese dann auch eingehen würden. Keine leichte Entscheidung für unseren Gärtner, aber er muss sie in den nächsten Tagen treffen und uns über alle Optionen aufklären.

Und dann natürlich noch ein ganz, ganz großes Dankeschön an die HelferInnen, die am vergangenen Freitag im Schweiße ihres Angesichts geerntet haben!

1. Juli – das Wetter … und trotzdem Ernte

Der Niederrhein dörrt aus (Überschrift im Stadt-Panorama, 1. August 2018)
Die Hitze und Trockenheit im Westen halten weiter an. Die Bäume werfen seit Wochen massiv ihre Blätter ab und Wiesen verwandeln sich in braune Steppen, auch die Bäche, Flüsse und Seen trocknen aus. So wurde im Einzugsgebiet der Emscher der trockenste Juli seit Beginn der Wetter-Aufzeichnungen im Jahr 1891 (!) notiert. Die Niederschlagssumme Juli macht z. B. im Kreis Wesel mit 14 Litern pro qm gerade einmal 16,6 % des “normalen” Julis aus. Und in Dinslaken ist von diesen 14 Litern so gut wie gar nichts angekommen. Der Kreis Wesel leidet im gesamten Bundesgebiet mit am meisten. Der für letzten Samstag vorausgesagte Regen fiel fast komplett aus, und die wenigen Tropfen, die fielen, verdampften, bevor sie auf den Boden ankamen.

Voerde-Spellen: Breitengrad 51,6094, Längengrad 6,6142.
Quelle: Helmholtz Zentrum für Umweltforschung (UFZ)

Im Schnitt regnet es im Juli an neun bis zehn Tagen – in diesem Juli fiel aber so gut wie gar kein Niederschlag., den letzen kräftigen Guss gab es (vereinzelt) im Juni. Laut des “Dürremonitors” des Helmholtz-Institut für Umweltforschung herrscht am Niederrhein in weiten Teilen schwere Dürre, im Kreis Wesel sogar an manchen Orten extreme Dürre (das ist die zweithöchste Stufe, danach kommt nur noch “außergewöhnliche” Dürre). Und eine Änderung ist leider nicht in Sicht – hier und dort gibt es heute vielleicht ein paar Regentropfen, aber ab morgen sind schon wieder tagsüber mindestens 30 Grad, viel Sonne und dazu tropische Nächste vorausgesagt.
Unter diesen Umständen grenzt es geradezu an ein Wunder, dass Maik es in den letzten Wochen immer noch geschafft hat, überhaupt etwas auf unserem Acker am Leben zu erhalten!!! Und es auch diese Woche Ernte geben wird – voraussichtlich Zwiebeln, Lauchzwiebeln, Möhrchen, Tomaten, Rote Beete und Mangold.

28. Juli – Hofbrief vom Gärtner

Maik der Gärtner hier. Wie ihr sicherlich aus diversen Berichten  mitgekriegt habt, ist dieses Jahr erneut einiges im Argen. Zunächst fiel der Frühling aus und nun gab es seit ungefähr Ostern recht herbe Wassermangelzustände.

Mit meiner Beregnungsanlage versuche ich seit Wochen der Lage Herr zu werden, doch ab einem bestimmten Punkt hat auch das keinen Sinn mehr. Kulturen wie Pastinaken, Radieschen und nun zu guter Letzt auch noch mein Brokkoli und der Blumenkohl sind diesen Umständen nun zum Opfer gefallen.

Nehmen wir einmal das Beispiel Blumenkohl und Brokkoli:
Gewässert habe ich ihn so weit, dass er erhalten bleibt, doch binnen 1-2 Tagen war die dann zudem verschlemmte Erde – die ich anfänglich mühsam wieder aufgearbeitet hatte – wieder trocken. Die Hitze, der verschlemmte Boden und die damit verbundene schlechte Bodengare, führte zu vermehrtem Erdflohaufkommen, welches ich trotz Gießens, Bearbeitung und sogar Knoblauchsuds nicht Herr werden konnte.
Die Röschen sind hart, trocken, nahezu verholzt, zerfressen von Erdflöhen und neigen außerordentlich schnell zur Notblüte. Auch den Rucola hat es dahingerafft und der neu gepflanzte Kohl leidet ebenso stark.

Bei diesen Temperaturen und Witterungen sind Unkrautaktionen auch unsinnig oder gar kontraproduktiv, da dieses Beikraut wenigstens noch ein wenig Schatten liefert.

Gepaart mit den anderen Schwierigkeiten im übersprungenen Frühling und dem lange Zeit alleine auf dem Acker stehen, stehe ich nun vor einem immer härter werdenden Kampf gegen die Natur. Selbst bei dem kleinen Gartenbereich unserer Nachbarin sind die Karotten in Blüte gegangen und vertrocknet.

Abgesehen davon, dass das Arbeiten bei der Hitze seit einiger Zeit immer anstrengender wird, befürchte ich den Ernstfall für dieses Jahr, denn jene Arbeiten und jene Vegetationsperiode bis spätestens Juni/Juli formen auch die Aussichten auf den Herbst bis in den frühen Winter hinein. Ein guter “Landregen” würde durchaus die noch bestehenden Kulturen aufpäppeln, doch muss ich betonen, dass die Kulturen, die nun verreckt sind, unwiderruflich verloren sind und nicht mehr zu Ernten sind. Auch gesäte Pflanzen liegen nun seit fast 1,5 Monaten im Boden und das Jahr könnte zu kurz für sie geworden sein, um Ertrag zu liefern.

Erklärung auch dazu:
Hätte ich nun die gesäten Streifen gewässert, wären diese aufgekeimt und ich hätte bei diesem Wetter durchgehend die Flächen feucht halten müssen. Gegen Regen kann man nicht an-wässern. Vorhin erwähnte Nachbarin sagte zu diesem Thema: “Ich ernte nun alles noch, was ich noch retten kann und dann war es das wahrscheinlich für dieses Jahr.”
Beim trockensten Jahr in Deutschland seit Beginn der Wetteraufzeichnungen ist dies kein Wunder und auch andere Landwirte hadern. Gestern Nacht gab es ein Gewitter mit ganz guter Regenmenge, was Hoffnung schürt, doch möchte ich erneut darauf hinweisen, dass bereits diverse Kulturen hinüber sind und das Saatgut zwar jetzt aufkeimen wird, doch falls die Wettervorhersagen stimmen, dann kommen zwei weitere heiße und trockene Wochen auf uns zu. Das würde auch den Tod der gesäten Kulturen bedeuten.

Ich bin gewillt, weiter diesen Kampf zu kämpfen bis zu dem Punkt an dem ich entscheiden muss, ob es noch sinnvoll ist, doch vor Allem geht es in den nächsten Monaten darum, uns auf ein starkes, gut geplantes Jahr 2019 vorzubereiten:

  • Eine bessere Bewässerung (vielleicht via Tröpfchenbewässerung)
  • Einen Brunnen mit größerer Fördermenge, dass mehr als 2 Sprenger á 500m² gleichzeitig laufen können
  • Versuch und langsamer Aufbau von Permakultur, um besser mit dem Erdfloh klarzukommen
  • Bereits früh im Jahr mit helfenden Händen das Jahr gestalten, da dort der Grundstein für den Rest des Jahres gelegt wird.
  • Emsig arbeiten und fleißig feiern – uns nach getaner Arbeit auch mehr Festivitäten gönnen.

Ich möchte allerdings noch einmal betonen, dass es wunderbar ist, dass innerhalb der letzten 3 Monate die Helferzahlen an Samstagen von circa 4-7 auf geschlagene 10-20 Personen angestiegen ist. Lob an euch, doch gegen Mutter Natur kann der Mensch nicht lange arbeiten, vor allem nicht, wenn es sich um eine neugestartete SoLaWi handelt, die noch keine krisenfesten Routinen vorweisen kann.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/duerre-in-deutschland-die-auswirkungen-der-rekord-trockenheit-a-1219222.html

21. Juli – ein Picknick auf dem Acker

Ein Grundsatz der solidarischen Landwirtschaft ist die Gemeinschaft. Also wollen wir uns nicht nur zu Arbeitseinsätzen auf dem Acker treffen, sondern auch mal ein gemütliches Vereinsfest veranstalten. Das Mitbring-Picknick am gestrigen Samstag war das erste, aber sicherlich nicht das letzte seiner Art. Für (anfangs noch) kühle Getränke war gesorgt, gute Laune, Geschirr (Glas, Teller, Besteck) und was zu essen brachten alle Teilnehmer*innen mit. Aus allen – wie bei solchen Mitbring-Feiern üblich – viel zu reichlich mitgebrachten Speisen war schnell ein leckeres Buffet zusammengestellt. So konnten rund 30 Solawistas schmausen und plauschen. Und dabei auch noch bei einem World Café kreativ werden, an drei Tischen konnte zu den drei Themen Qualität, Mitarbeit und Utopie nachgedacht und diskutiert werden. [beim Orgatreff nächsten Dienstag schauen wir uns die Ergebnisse an und berichten dann]. Für die Jungkühe auf der Weide nebenan war der Nachmittag anscheinend auch eine nette Abwechslung, denn sie kamen immer wieder neugierig an den Zaun 🙂

16. Juli – Solawi-Vernetzungstreffen und Hoffnung auf Regen

Auf dem Acker haben Maik und Elisabetta wie immer fleißig gerödelt, damit es in den nächsten Monaten weiter Ernte gibt – u. a. haben sie Kohl gehackt, viel Fläche vorbereitet und gesät, Gurken angebunden und natürlich gewässert. Diese Woche werden Salat-, Steckrüben-, Fenchel- und Rosenkohl-Pflänzchen geliefert. Hoffen wir, dass es lange und sanft regnet, wenn die Kleinen in die Erde kommen.

Abseits des Ackers gab es auch einen interessanten Termin: Die Verbraucherzentrale hat ein Vernetzungstreffen der Solawis aus NRW organisiert. Neben uns haben sich “Vertreter*innen” aus Düsseldorf, Krefeld, Vorberg und Dortmund auf dem Biobauernhof Essers in Jüchen getroffen, wo die Solawi Eicken seit diesem Jahr ihren Acker gepachtet hat. Neben einem allgemeinen Austausch über die einzelnen Vereine bzw. Betriebe und Beschwerden über das Wetter (auch die anderen haben daran zu knabbern) haben sich Arbeitsgruppen z. B. über Wirtschaftlichkeit und Wachstum der Gemeinschaften, Anbaumethoden, Saatgutgewinnung und Jungpflanzen unterhalten. Sehr interessant war dabei der Vergleich, wie viele Gärtner*innen mit wie vielen Wochenstunden welche Fläche bearbeiten, wie die Mitarbeit der Mitglieder organisiert ist und wie viel ein Ernteanteil kostet. Alles in allem kann man sagen, dass wir mit Dortmund zu den günstigeren Solawis gehören und die wenigste Mitarbeit vorgesehen ist, abgesehen von Krefeld und Dortmund, wo es gar keine Arbeitseinsätze gibt. In Düsseldorf und Eiken hingegen wird jede Woche unterstützt.

Beruhigend zu wissen ist, dass jede Solawi vor ähnlichen Problemen stand, ihren eigenen Weg gefunden hat, diese zu lösen und dadurch unterschiedlich organisiert ist. Wie und ob wir die Lösungen unserer Nachbarn nutzen können, unsere Solawi weiterzuentwickeln, werden wir in den nächsten Vorstandssitzungen besprechen.

Neben einer Wiederholung des Vernetzungstreffen im Sommer 2019 wird als gemeinsames Projekt ein Arbeitskreis gebildet, um ein Konzept für die Jungpflanzenzucht zu entwickeln. So können die Solawis mehr Autonomie vom Handel erreichen. Die Umsetzung wird allerdings ein mittelfristiges Projekt für die nächsten Jahre. Wir freuen uns auf jeden Fall auf das nächste Treffen 2019!

11. Juli – zu viel Sonne und viel zu viele Erdflöhe

Seit wann hat es in eurer Stadt nicht mehr geregnet? Der Acker wird seit einer gefühlten Ewigkeit künstlich bewässert. Gegen die 30° C der letzten Tage und Wochen ist das aber der buchstäbliche Tropfen auf dem heißen Stein. Die Ernte der letzten Woche war schon eher spärlich, so daß für diese Woche entschieden wurde, sie ausfallen zu lassen und dem Gemüse noch eine Woche Sonnenschein in Spellen zu gönnen ;-). Dann wächst es auch noch etwas.

Neben dem kalten Frühjahr 2017 war der Erdfloh ja häufig Thema in den Hofbriefen der letzten Saison. Damals wurde berichtet, dass man ihn mit ausreichend Wasser und Bodenarbeit im Schach halten könnte … das klappt dieses Jahr leider nicht so ganz. Also hat Elisabetta einen Versuch gestartet und probiert mit einem Sud aus Knoblauch und Tomatenblättern, die Tierchen von unseren Pflänzchen zu verscheuchen. Nur für den Fall, das ihr euch in den letzten Tagen gefragt habt, warum es auf dem Acker so komisch riecht 😉 Wir gehen davon aus, dass der Geruch bis zum 21. Juli verflogen ist und wir unser Vereinsfest ausgelassen feiern können.

Ansonsten gibt es noch einen Fernseh-Tipp von Martin und Rainer zum Thema Gemüseanbau, der euch zwar am Wochenende nicht satt macht, aber vielleicht nochmal die Gründe für eine solidarische Landwirtschaft in Erinnerung ruft: https://www.ardmediathek.de/tv/Reportage-Dokumentation/Europas-dreckige-Ernte/Das-Erste/Video?bcastId=799280&documentId=53915236

7. Juni – Open Source-Tomaten und ein bisschen Entlastung auf dem Acker

Ganz allmählich zeichnet sich Entlastung auf dem Acker an. Vielleicht hat der ein oder andere am letzten Samstag Elisabetta getroffen, die fleißig Kräutersträuße für die Verteilung gebunden hat. Das war für sie ein selbst auferlegter Test, ob sie wirklich bei uns arbeiten möchte. Da sie am Dienstagabend wieder vor Ort war und zusammen mit dem erweiterten Vorstand Tomatenpflanzen gesetzt hat, kann man wohl sagen, dass sie den Test bestanden hat! Sie unterstützt Maik ab sofort zwei Tage pro Woche, unter anderem samstags. Obwohl Elisabetta keine erfahrene Gärtnerin ist, freuen wir uns über ihre engagierte und fröhliche Mitarbeit. Selbstverständlich kann sie Maik mangels Erfahrung nicht vollumfänglich vertreten, sollte er mal krank werden oder Urlaub nehmen. Dafür haben wir vielleicht auch jemanden in Aussicht. Das wird sich in den nächsten Tagen zeigen.

Foto: CC0 Public Domain / pixabay.de

Wer es ein paar Zeilen weiter oben überlesen hat: Tomatenpflanzen in vielen verschiedenen Sorten bewohnen jetzt Folientunnel Nr. 1. Unter anderem wohnt da jetzt auch eine “Open Source”-Tomate, was nichts anderes heißt, als dass auf dieser Tomatenzüchtung kein Patent liegt und jedeR, die/der sie anpflanzt, darf die Samen verwenden  und im nächsten Jahr selbst aussäen (dazu gibts auch einen netten Artikel auf utopia.de). 

Weitere Jungpflanzen müssen jetzt in den nächsten Tagen gesetzt werden. Darunter Gurken, Brokkoli, Radiccio, Fenchel, Kohlrabi … Nach 3 Wochen Arbeitseinsätzen in Folge schreiben wir heute mal lieber, dass dieses Wochenende kein Einsatz ist. Wer aber trotzdem kommen möchte, findet immer noch reichlich zu tun. Der nächste reguläre Arbeitseinsatz ist dann am 16. Juni. Bitte an Handschuhe denken. Stellenweise sitzen viele Disteln zwischen den Kulturen.

Die Örtlichkeiten für die erweiterten Vorstandssitzungen, die jeden 2. und 4. Dienstag im Monat stattfinden, können sich ab jetzt kurzfristig ändern, weil wir spontan auf dem Acker “tagen&jäten”. Wenn ihr teilnehmen wollt, kontaktiert uns doch bitte vorher, damit ihr nicht vergeblich vor der Stockumer Schule oder dem Rheinberger Rathaus wartet.