KW 18+19 – volle Folientunnel und der erste Ackereinsatz des Jahres

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In der ersten Maiwoche hat sich auch unser 2. Folientunnel gefüllt: Gurken, Paprika, Auberginen und Chilis sind eingezogen. Im Freiland werden Sojabohnen gelegt, ein Topinambur-Zaun gepflanzt und die ausgesäten Kräuter eingepflanzt. Dieses Jahr bekommen wir eine richtig große Auswahl: neben Schnittlauch und Petersilie wachen dort jetzt Salbei, Estragon, Oregano, Sauerampfer und گندنه gandana (afghanischer Lauch).

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Am kommenden Samstag, dem 13. Mai, findet der erste gemeinsame Ackereinsatz diesen Jahres statt. Auch Interessierte sind immer herzlich willkommen.
Bei Anfahrt mit dem PKW: Der Acker befindet sich auf der Ackerstraße, ca. 5 Min. Fußweg vom Tinthof. Die Straße ist Sackgasse und recht schmal, also parkt bitte auf der Weselerstraße (der Hauptstraße durch Spellen) und geht den Rest zu Fuß, z. B. über den Rosenweg und nach ein paar Metern rechts in den Feldweg, der direkt zum Acker/Bauwagen führt.

Unser Ackereinsatz beginnt ab 10 Uhr, denkt an strapazierfähige Kleidung, robustes Schuhwerk und evtl. Gartenhandschuhe. Werkzeug (Hacken, Grubber, Spaten …) ist vorhanden, wer eine Lieblings-Gartenhacke hat, kann die aber gern zum Einsatz bringen.

Je nach Wetter und Temperatur am Samstag ist auch Regenkleidung, eine Kopfbedeckung und/oder Flasche Wasser sinnvoll (Becher/Tasse nicht vergessen). Gärtnerische Erfahrung, ein „grüner Daumen”  oder sowas sind dagegen keine Voraussetzungen. Merke: es gibt keine dummen Fragen und wir alle haben das irgendwann zum ersten Mal gemacht 😁

Wenn jemand einen selbstgebackenen Kuchen oder Kekse mitbringen möchte – nur zu. Kaffee kochen wir im Bauwagen (ja, Tee geht auch), und es wird auf jeden Fall auch genügend Zeit für eine gemeinsame Pause und fürs Kennenlernen geben.

Was steht an? Die Kartoffeln müssen gelegt werden, außerdem muss das Beikraut gejätet werden.

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Übrigens … vom 11. bis zum 15. Mai finden auch die Eisheiligen (auch Gestrenge Herren, Eismänner oder Maifröste genannt) statt …
Nach diversen regionalen Bauernregeln sind in diesen Nächten die letzten Frostnächte des Frühjahrs möglich, danach können dann die frostempfindlicheren Kulturen auf den Acker. Aber die Namenstage der katholischen Heiligen, auf die die Eisheiligen zurückgehen, beziehen sich auf den damaligen julianischen Kalender, der 1582 durch die gregorianische Kalenderreform abgeändert wurde. Außerdem gibt es sich widersprechende regionale Regeln – die dann eben auch nur regional Sinn ergeben. Das Klima in Deutschland ist sowieso regional sehr unterschiedlich – und  durch die aktuelle Klimaerwärmung ändert sich derzeit ebenfalls einiges. Z. B. beginnt der Frühling inzwischen je nach Region einige Tage bis Wochen eher. In den letzten Jahren sind die stark frostgefährdeten Vegetationsperioden jedenfalls etwas früher als im vieljährigen Mittel eingetreten, so dass sich nun die “Eisheiligen” im Vergleich zu vorher auftretenden Kälteperioden (z. B. Ende April) nicht mehr so stark auf die Vegetation auswirken. Und auch dieses Jahr sieht es bei uns momentan nicht nach Nachtfrösten aus …

Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Eisheilige
https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2022/5/15.html

KW 17 – ein arbeitsreicher April geht zu Ende

Also, Salat bekommen wir in dieser Saison wahrscheinlich jede Woche. Naja, vielleicht nicht ganz jede. Am letzten Wochenende gab es den vorerst letzten Salat aus den Folientunnels. Aber der Salat im Freiland fängt jetzt auch so langsam mit Wachsen an (plus der Kohlrabi und die Zwiebeln), und der nächste Salat steht schon im Gewächshaus bereit, demnächst auch ausgepflanzt zu werden.

Im Gewächshaus stehen sowieso noch jede Menge Pflanzen, die bis Mitte Mai alle noch raus auf den Acker sollen. Der schon recht gut gefüllt ist. Die dicken Bohnen lassen sich schon blicken, auch die ersten Möhren gucken schon aus der Erde. Und der Fenchel hat auch schon ordentlich zugelegt.

Als Überraschung gab es bei der Ernte vergangenes Wochenende außer Salat auch den ersten Schnittlauch – und die Schwarzwurzeln, die auf dem Acker überwintert haben. Die müssen jetzt dringend raus, bevor die zweijährige Pflanze dieses Jahr ihre Blüten ausbildet. Dann schmecken die Wurzeln nämlich nicht mehr.

Und ein neues Video gibt e auch:

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Frisches Grün: Tipps für die Wildkräuterküche

Wildkräuter sind wahre “Superfoods”. Sie sind reich an Vitaminen; z. B. enthalten Brennnessel, Wiesenknopf und Gänse-Fingerkraut mehr Vitamin C als etwa die Kulturpflanzen Grünkohl, Brokkoli und Rosenkohl. Ähnlich verhält es sich mit Vitamin A und auch mit dem Eiweißgehalt.

Wegen ihrer vielen Inhaltsstoffe schmecken Wildkräuter aromatischer und würziger als Anbauprodukte. Enthaltene Bitterstoffe fördern eine gesunde Darmflora und schützen vor Pilzbefall. Flavonoide, die gegen freie Radikale schützen, sind z. B. in Frauenmantel oder Wegerich enthalten. Die Gerbstoffe in Gundermann, Scharbockskraut und Blutweiderich hemmen Entzündungen, Durchfälle und Hauterkrankungen. Daneben sind auch Saponine, Kieselsäure, ätherische Öle und vieles mehr reichlich in Wildkräutern zu finden.

Die beste Erntezeit ist der Vormittag, weil die Kräuter morgens am saftigsten sind. Prinzipiell sollte mensch die Pflanzen nicht ausreißen, sondern die Blätter mit einem kleinen Messer sanft abschneiden, damit sie nachwachsen können.

Falls die Kräuter nicht im eigenen Garten oder auf unserem Acker geschnitten werden, sollte mensch zudem darauf achten, sie nicht in der Nähe stark befahrener Straßen oder Hundewiesen zu sammeln. Die besten und unbedenklichsten Kräuter finden sich auf ungedüngten Wiesen und an Orten, wo wenig Hunde unterwegs sind.

Und natürlich sollte nur das gesammelt werden, was mensch wirklich kennt, denn auch hier bei uns wachsen giftige Kräuter. So kann der giftige Schierling z. B. leicht mit dem ungiftigen Wiesenkerbel verwechselt werden.

Verwendung in der Küche

In einem Wildkräutersalat machen sich Gänseblümchen und Löwenzahnblätter gut, aus Bärlauch lassen sich schmackhafte Suppen oder Wildkräuterpesto zaubern, die Brennnessel lässt sich wie Spinat verwenden. Auch als Tee oder grüner Smoothie erobern Kräuter die Küche. Wer es milder mag, kann sie zu Kräuterbutter, Frischkäse und Eierspeisen hinzufügen.

Wildkräuter-Anfänger*innen sollten aber mit Feldsalat o. ä. beginnen und zuerst nur eine Handvoll Wildkräuter dazugeben. Nach und nach kann dieser Anteil dann erhöht werden, um sich an den bitteren, grasigen oder scharfen – jedenfalls neuen – Geschmack zu gewöhnen.

Übrigens … Die meisten Kräuter lassen sich für einige Tage in verschlossenen Brotboxen aus Metall oder Glas im Kühlschrank aufbewahren. Außerdem lassen sie sich, in Bündeln kopfüber aufgehängt, trocknen. Im Backofen sollten Kräuter nicht getrocknet werden, sie verbrennen sehr leicht und haben dann einen unguten Beigeschmack.

Der Bärlauch macht sich Anfang März bis Mitte Mai in Gärten und auf Wiesen breit. Bärlauch schmeckt ähnlich wie Knoblauch und leicht scharf. Bärlauch schmeckt als Pesto, Suppe, Dip oder Brotaufstrich und lässt sich in vielen weiteren Rezepten verarbeiten.
Bärlauch ist reich an Mineralstoffen und Vitamin C. Er enthält Magnesium und wirkt antibakteriell. Zudem hilft er bei Magenbeschwerden und wirkt sich positiv auf den Stoffwechsel aus.

Aber Vorsicht beim Sammeln von Bärlauch: seine Blätter ähneln denen des hochgiftigen Maiglöckchens. Am knoblauchähnlichen Geruch kann mensch die Pflanzen aber unterscheiden. Wer unsicher ist, sollte ein Blatt zwischen den Fingern zerreiben. Riecht es nach nichts: die Blätter stehen lassen!

Brennnesseln enthalten dreimal so viel Kalzium und viermal so viel Eisen wie Grünkohl, außerdem zweimal so viel Magnesium wie Grünkohl und sechsmal so viel wie Kopfsalat.
Das Kraut hat einen zartwürzigen Geschmack und als Tee aufgebrüht soll die Brennessel sogar eine wachmachende Wirkung haben. Als Heilpflanze wird sie bei Rheuma und Harnwegsinfektionen eingesetzt. Brennesselblätter können wie Spinat zubereitet werden, z. B. Als Füllung für Ravioli.
Beim Pflücken und Weiterverarbeiten am besten dicke Gartenhandschuhe anziehen ;-).

Gänseblümchen blühen das ganze Jahr über und sind reich an Vitamin C, Magnesium und Eisen.

Das Gartenschaumkraut ist in unseren Gärten weit verbreitet und blüht bereits im Vorfrühling. Sein scharfer, kräftiger Geschmack erinnert an Rucola – mit dem es verwandt ist – und Kresse. Es schmeckt als Kresse-Ersatz auf Butter- oder Quarkbrot und im Salat. Dazu einfach die kleinen Blätter und Blüten von den Stielen zupfen, gut abwaschen und frisch essen.
Gartenschaumkraut besitzt einen hohen Vitamin C-Gehalt, zudem Bitter- und Mineralstoffe, die sich positiv auf den menschlichen Organismus auswirken, ihm wird eine blutreinigende, harntreibende, verdauungs- und durchblutungsfördernde Wirkung zugeschrieben.

Der Giersch, auch Geißfuß genannt, ist ein robustes und wartungsfreies Dauergemüse. Er hat ein frisches, scharfes Aroma. Die jungen Blätter sammelt mensch am besten von März bis Mai, die Blüten von Juni bis August und Stängel sowie junge Blütensprossen von Mai bis August. Giersch passt als Gewürz zu Kartoffelgerichten oder Salat, in kleinen Dosen ist er eine auch eine Alternative zu Petersilie.
Giersch ist auch als „Vitamin C-Kraut“ bekannt, hat eine entzündungshemmende Wirkung und wird oft bei Gicht eingesetzt.

Gundermann wächst bevorzugt auf Wiesen und Weiden und ähnlich wie Efeu an Gehölzrändern. Er kann fast das ganze Jahr über geerntet werden, da er selbst unter der Schneedecke frische Blättchen treibt. Als Würzkraut ist er eine Bereicherung in jeder Küche.
Die Blätter der Pflanze sind reich an Vitamin C, Kalium und Kieselsäure. Gundermann wirkt entzündungshemmend, schmerzlindernd und anregend auf den Stoffwechsel und hilft zudem bei Grippe.
Sein herb-aromatischer Geschmack kann manchem pur zu streng sein, dann lässt er sich gut zusammen mit anderen Kräutern zu Kräuterbutter, Kräuterquark oder in Salaten verarbeiten. Er macht sich aber auch gut in Omelettes, Eintöpfen oder Suppen. Die süßlichen Blüten lassen sich dekorativ und schmackhaft in Süßspeisen verwenden.

Löwenzahn treibt sehr früh aus. Blätter, Blüten und sogar die Wurzel sind essbar. Die weiße Milch, die aus den Stängeln austritt, sollte mensch allerdings nicht verwenden. Geerntet werden kann er von April bis Oktober und in dieser Zeit wächst er auch immer wieder nach.
Die Blätter schmecken leicht bitter und nussig und passen gut zu Salaten, Suppen, Saucen oder aufs Butterbrot. Dünstet mensch sie an, entsteht ein feiner „Spinat“. Am besten werden junge (= helle, feine) Blätter geerntet und das dickere untere Drittel entfernt. Die Löwenzahnblüten kann mensch als essbare Dekoration auf Desserts oder Salaten verwenden. Aus ihnen lässt sich aber auch Gelee, Sirup oder eine Art Honig herstellen. Die Wurzel kann als Tee verwendet werden, aber auch – wie Radieschen – aufs Brot oder in den Salat gegeben werden.
Löwenzahn enthält um ein Vielfaches mehr Vitamin A und C als Kopfsalat und er soll eine blutreinigende und harntreibende Wirkung haben. Er regt die Verdauung an und hilft bei Blähungen.

Büschelweise wächst die Vogelmiere auf Äckern und Brachflächen bis in den Oktober hinein. Sie bringt jährlich fünf Generationen mit je bis zu 20.000 Samen hervor, die jeweils bis zu 60 Jahre keimfähig auf optimale Bedingungen warten können.
Die Vogelmiere enthält aber auch dreimal so viel Kalium und Magnesium, und siebenmal soviel Eisen wie Kopfsalat. Und auch Vitamin A und C sind reichlicher vorhanden. Zudem enthält sie einen hohen Anteil an pflanzlichem Eiweiß.
Der Geschmack ist mild aromatisch und erinnert an Erbsen. Die Blätter passen gut zu Salaten und Suppen. Dazu erntet mensch am besten die jungen Triebspitzen, noch bevor die Pflanzen ihre weißen Blüten bekommen.

Zum Weiterlesen:

Bei der NUA (Natur- und Umweltschutzakademie NRW) gibt’s „55 Wildpflanzen im Portrait“ zum Download.
Und diese Broschüre des BUND Bayern informiert über Acker-Wildkräuter.

Quellen:
https://utopia.de/ratgeber/wildkraeuter-essen-sammeln-bestimmen/
https://de.wikipedia.org/wiki/Wildkraut
https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/pflanzen/wildpflanzen/22968.html
https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/essen-und-trinken/natur/29764.html
https://www.ndr.de/ratgeber/garten/Wildkraeuter-erkennen-sammeln-und-verarbeiten,wildkraeuter110.html
https://unkrautgourmet.blogspot.com/2015/04/wildkrautersalat-vom-wegesrand-ein-paar.html

KW 16 – noch mehr Salat und der Acker füllt sich

Nach dem ersten Gruß vom Acker mit Salat und Radieschen in der KW 15 gab es auch in der KW 16 leckeren Salat – und die Folientunnels sind noch immer nicht komplett leer … 😋

Auf dem Acker tut sich auch ne ganze Menge. Die Jungpflanzen, die vorletzte Woche kamen, wurden in der KW 16 ins Freiland gepflanzt: Porree, Mangold, Zwiebeln, Fenchel, Kohlrabi, Rote Bete und Salat. Der halbe Acker ist jetzt schon belegt. Pflanzkartoffeln sind auch schon da, weitere Jungpflanzen bestellt. Und das im Gewächshaus ausgesäte Gemüse in den Multiplatten wächst auch munter vor sich hin und will bald raus in die nährstoffreiche Erde draußen. Dazu kommen jetzt auch noch zusätzliche Tomaten. Denn die Tomaten, die im letzten Jahr im Folientunnel standen, haben sich “heimlich” vermehrt. Abdul hat jetzt alle diese kleinen Pflänzchen, die zwischen den Salaten rausguckten, vorsichtig ausgegraben und in Töpfchen umgepflanzt. Auch zu sehen im aktuellen Video, plus Tipps für Wildkrautsalat aus Melde und Vogelmiere von Ben 😉 (Zu diesen beiden und weiteren Wildkräutern mit Superkräften gibts hier einen Beitrag)

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Kultur- und Wildpflanzen – Basics

Die meisten Pflanzen, die wir heute im Garten haben, ob als Blüh- oder Gemüsepflanzen, sind Kulturpflanzen. Der Mensch hat durch Kultivierung und Züchtung in die Entwicklung der Pflanze eingegriffen und somit neue Sorten entstehen lassen. Alle unsere heutigen Sorten wurden aus Wildarten bestimmter Pflanzen gezüchtet. Die Wildformen sind in der Regel nicht so schön oder so ertragreich wie die heutigen Anbauprodukte, kommen aber oft besser mit dem hiesigen Klima zurecht und sind widerständiger gegen Schädlinge und Krankheiten.

Ein Beispiel: Urform vieler Kohlsorten ist der unscheinbare Wildkohl (Brassica oleracea), der an den Atlantikküsten und in Deutschland vor allem auf Helgoland wächst. Je nach Bedarf wurden entweder die Wurzel, die Sprossachse oder die Blätter gezüchtet und es entstanden Blumenkohl, Brokkoli, Wirsing, Rot- und Weißkohl. Beim Blumenkohl wurde z. B. besonders auf die Blüte hin gezüchtet.

Wildpflanzen kommen natürlich vor und wurden nicht durch Zucht verändert. So wie sie in der nicht vom Menschen bearbeiteten Landschaft, in Wald, Wiese oder an Bachufern wachsen, sind sie evolutionär entstanden. Klima und Boden spielen dabei genauso eine Rolle wie Insekten, Vögel und Säugetiere. Wildpflanzen sind ein wichtiger Bestandteil des Ökosystems. Sie sind Lebensgrundlage vieler Tiere und begünstigen sich gegenseitig. Schmetterlinge z. B. benötigen ganz bestimmte Pflanzen, die sich umgekehrt perfekt an diese Bestäuber angepasst haben. Vögel und Säugetiere sind auf heimische Kost und Baumaterialien angewiesen. Im Herbst helfen Nüsse, Samen und Früchte Siebenschläfer, Eichhörnchen und Co., sich für den Winterschlaf/die Winterruhe genügend Fettreserven zuzulegen. Tiere, die im Winter aktiv bleiben, ernähren sich von Hagebutten, Nüssen, Samen und anderen Früchten, Wurzeln und unter dem Schnee weiter wachsendem Blattwerk.

Heimische Wildpflanzen sind außerdem perfekt an das hiesige Wetter angepasst. Sie können im Winter Temperaturen von bis zu minus 30 und im Sommer von bis zu 45 Grad Celsius aushalten. Exoten und gezüchtete Arten sind dagegen oft nicht winterhart und müssen teilweise vor starken Temperaturschwankungen geschützt werden.

In Deutschland sind rund vier Prozent der heimischen Farn- und Blütenpflanzen vom Aussterben bedroht, knapp 30 Prozent als gefährdet eingestuft. Gehen die Wildpflanzen, gehen auch die Tiere. Populationen können sich nicht mehr austauschen und finden nicht genügend Nahrung. Ursachen für diesen Rückgang sind die Zerschneidung der Landschaft (Siedlungsbau, Straßen), die intensive Agrarwirtschaft und die Eindeichung und Begradigung von Flüssen. Aber auch klimatische Veränderungen, Herbizideinsatz und ein zu Viel an Nährstoffen (Kunstdünger) bedrohen die Vielfalt der wildwachsenden Flora.

Inhaltsstoffe

Einen einfachen Kopfsalat und sogar das „Superfood“ Grünkohl stellen Wildkräuter weit in den Schatten: Enthält der Grünkohl etwa 490 Milligramm Kalium pro 100 Gramm, kommt das unscheinbare Gänseblümchen auf 600!
Viele Wildkräuter sind reich an Vitaminen. Brennnessel, Wiesenknopf und Gänse-Fingerkraut enthalten mehr Vitamin C als etwa die Kulturpflanzen Grünkohl, Brokkoli und Rosenkohl.
Ähnlich verhält es sich mit Vitamin A und auch mit dem Eiweißgehalt.

Wegen ihrer vielen Inhaltsstoffe schmecken Wildkräuter aromatischer und würziger als Anbauprodukte und können dabei helfen, Krankheiten zu heilen oder ihnen vorzubeugen. So fördern enthaltene Bitterstoffe eine gesunde Darmflora und schützen vor Pilzbefall. Diese Bitterstoffe sind vor allem in Löwenzahn, Schafgarbe und Gänseblümchen zu finden.
Flavonoide, die gegen freie Radikale schützen, sind z. B. in Frauenmantel oder Wegerich enthalten.
Die Gerbstoffe in Gundermann, Scharbockskraut und Blutweiderich hemmen Entzündungen, Durchfälle und Hauterkrankungen. Daneben sind auch Saponine, Kieselsäure, ätherische Öle und vieles mehr reichlich in Wildkräutern zu finden.

Zum Weiterlesen:
Bei der NUA (Natur- und Umweltschutzakademie NRW) gibt’s „55 Wildpflanzen im Portrait“ zum Download.
Und diese Broschüre des BUND Bayern informiert über Acker-Wildkräuter.

Quellen:
https://utopia.de/ratgeber/wildkraeuter-essen-sammeln-bestimmen/
https://de.wikipedia.org/wiki/Wildkraut
https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/pflanzen/wildpflanzen/22968.html

KW 13 bis 15 – April auf dem Acker und drei neue Videos

KW 15: die erste Ernte des Jahres steht an – als Gruß vom Acker bekommen wir Lollo Bionda, Lollo Rosso, Rucola und Radieschen für leckere Frühlingssalate. Eine neue Jungpflanzenlieferung ist auch eingetroffen: Zwiebeln, Fenchel, Kohlrabi, Porree, Salate – das ist aber Arbeit für die KW 16

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KW 14: Salat und Radieschen in den Folientunnels wachsen prima. Auch im Glasgerwächshaus “wuchert” es.
Im Mai sollte alles, was jetzt dort in den Multiplatten wächst, nach draußen auf unseren Acker – so der Plan.
Salat und Kohlrabi im Freiland kümmern noch so ein bisschen vor sich hin, die Temperaturen bis jetzt waren nachts ja doch noch recht frostig. Und dieser Bereich des Ackers wird jetzt auch eingezäunt, damit Hasen und Rehe uns nicht alles wegfuttern.
Dicke Bohnen, Radieschen und Möhren werden im Freiland gesät. Dazu werden gehäufelte Reihen für die Möhren angelegt, 6 mal afghanische und 6 mal Demeter-Möhren (Bingenheimer Saatgut). Gärtnertipp: die Möhre ist ein Lichtkeimer, also nicht viel Erde darauf tun. Damit das Saatgut aber vom Regen nicht weggespült wird, wird es mit Sand vermischt.

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KW 13

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Es ist Frühling, das 7. Wirtschaftsjahr hat offiziell begonnen – und es gibt wieder neue Videos

Am 1.3. sind wir offiziell in unser 7. Wirtschaftsjahr gestartet. Hip Hip Hooray 🥳
Ben ist wieder gesund und ebenfalls seit 1. März zurück auf dem Acker – und hat auch gleich wieder neue Videos gemacht (wie immer alle auch auf YouTube zu finden):

KW 12:

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KW 11:

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KW 10:

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KW 9:

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Februar 2023 – so langsam krabbeln wir aus dem Winterschlaf

Seit dem letzten Beitrag ist eine ganze Weile vergangen … Adventszeit, Weihnachten und Silvester, der ganze Januar und jetzt ist schon wieder Mitte Februar. Das Wirtschaftsjahr 2022/23 neigt sich dem Ende zu, etliche Solawistas verlassen uns aus ganz unterschiedlichen Gründen und neue stoßen dazu. Am 1. März beginnt dann schon unser 7. Wirtschaftsjahr.

Auf dem Acker stehen immer noch Palm- und Grünkohl und ich hab auch noch etwas Porree und Rotkohl (Miniköpfchen, aber durchaus lecker) gesehen. Und natürlich Schwarzwurzeln, die aber nur sehr schwer auszubuddeln sind. Das war ein Versuch, die werden wir deshalb dieses Jahr nicht wieder pflanzen.

Unsere Gärtner Ben und Abdul haben sich diese Woche mit Peter und Martin vom Vorstand getroffen und die Planung für die kommende Saison grob durchgesprochen. Saatgut und Jungpflanzen sind bestellt, Saat- und Anzuchterde ist besorgt, und das Saatgut ist auch schon geliefert worden 🙂 Abdul wuselt auch schon auf dem Acker und trifft die ersten Vorbereitungen, ab dem 1. März ist dann auch Ben wieder dabei. Wann wir dieses Jahr so richtig loslegen, hängt natürlich wie immer vom Wetter ab …

Dezember 22 – mal richtig Frost

Neues vom Acker gibts eigentlich nicht zu berichten. Die letzte große Ernte wurde ja bereits im November eingebracht, seitdem konnten alle Solawistas je nach Bedarf selbst ernten, was an „Resten“ noch auf dem Acker steht. Neben ein paar Wirsingköpfen sind das vor allem Grün- und Palmkohl und Schwarzwurzeln, die wir dieses Jahr mal versuchshalber angepflanzt haben. Allerdings ist es recht aufwändig, Schwarzwurzeln freizulegen (also tief auszubuddeln), ohne dass sie dabei zerbrechen. Die gute Nachricht ist aber, dass Schwarzwurzeln Minustemperaturen bis -15 Grad gut vertragen und generell bis April geerntet werden können. Also sollten die Wurzeln die letzten frostigen Tage gut überstanden haben.

Porree und Mangold haben oberirdisch den Frost nicht “überlebt”, können aber im Frühjahr wieder austreiben – und ich bin gespannt, was dann die restlichen Frühlingszwiebeln machen. Ob die auch erneut austreiben?

Generell sorgen wir aber natürlich dafür, dass unser Acker über den Winter nicht nackt und ungeschützt Wind, Regen und Schnee ausgesetzt ist. Die Pflanzendecke verhindert nämlich die Bodenerosion. Außerdem fallen die Pflanzen durch den Frost um und liegen faulend auf dem Boden – und das ist so gewollt! Denn dann können die Regenwürmer und die anderen Bodenlebewesen die Pflanzenreste fressen und den Humus verbessern. Die Wurzeln der Pflanzen lockern den Boden auf und stützen damit ebenfalls die Zusammensetzung der Lebewesen und Mikoorganismen im Boden. Außerdem erhöht die Durchwurzelung das Wasserspeichervermögen des Bodens. Und wenn der Acker im Frühjahr umgepflügt wird, werden die Pflanzenreste eingearbeitet und dienen als natürliche Gründüngung für die neue Saat und die Jungpflanzen. Ab nächstem Jahr soll dann im Winter kein Acker mehr unbegrünt sein, denn ab 2023 gelten die neuen GAP-Auflagen (GAP = Gemeinsame Agrarpolitik der EU, externer Link).

Bitte denkt also alle daran, dass Ackerflächen auch im Winter weder Kinderspielplatz noch Hundeauslauffläche sind. Auch in der kalten Jahreszeit werden sie für unsere Lebensmittelproduktion benötigt.

 

November 22 – die Saison ist zu Ende

Die Temperaturen bleiben viel zu mild für diese Jahreszeit – also kann auf unserem Acker noch kräftig geerntet werden. Der Kohl wächst, und sogar die nachgepflanzten Frühlingszwiebeln halten sich prächtig 🙂

Der kleine Wermutstropfen ist aber, dass der eine unserer Gärtner weiterhin krank ist – und der andere früher als gedacht endlich seine Heimat Afghanistan besuchen und seine Familie wiedersehen kann.

Daher haben wir am 4./5. November unsere letzte Ernte für diese Saison ausgegeben. Ab jetzt steht der Acker allen Solawistas zum Selberernten zur Verfügung – und wenn es so mild bleibt, wird sicherlich bis in den Dezember hinein geerntet werden können.

Das mit der Ernte und Acker-Freigabe haben aber leider auch ein paar Rindviecher mitbekommen 😉 Kaum hatten wir am 2. November die Pastinaken, Petersilienwurzeln und den Topinambur ausgebuddelt und gingen rüber zum Acker II, um den Wirsing zu ernten, da entschloss sich ein neugieriges Kalb, doch mal selbst nachzuschauen, was da auf der anderen Seite der Straße so wächst …

… denn bekanntlich ist das Gras ja da immer grüner als auf der eigenen Seite.

Nun ja, eine Stunde später waren dann alle Rindviecher durch die komplette Belegschaft des Tinthofs wieder eingefangen und “überredet” worden, doch wieder auf ihre Seite der Straße zurückzukehren. Und zum Glück ist unser Acker nicht groß verwüstet worden – und hier und da gabs ein paar Kuhfladen als Gegenleistung.