11. Juli 2017 – ein Abend in der Stockumer Schule

Was ein Abend in der Stockumer Schule. Mannomann, sind wir als Vorstand erleichtert, dass ihr im Großen und Ganzen zufrieden mit der Solawi, dem Verein, der Ernte und der Organisation seid.

Eine Zusammenfassung des Abends und der Diskussionen:
Zum Auftakt haben die Vereinsmitglieder über eine Satzungsänderung abgestimmt. § 11 unserer Vereinssatzung stand der Gemeinnützigkeit im Wege. Dieser Paragraph lautete bisher „Über die Auflösung des Vereins entscheidet die Mitgliederversammlung. Wird der Verein aufgelöst, wird das Vereinsvermögen einem gemeinnützigen Zweck übertragen.“ Damit wir die Gemeinnützigkeit erhalten, müssen wir laut Finanzamt aber eine konkrete Organisation bzw. Verein benennen. Der geänderte Text lautet nun „Über die Auflösung des Vereins entscheidet die Mitgliederversammlung. Wird der Verein aufgelöst, geht das Vereinsvermögen an den: Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) e.V. Kreisgruppe Wesel Naturschutzzentrum Freybergweg 9 in 46483 Wesel.“. Diese Änderung wurde einstimmig angenommen!

Kaum war die Abstimmung beendet, trudelten auch schon die ersten Anteilseigner*innen zur Vollversammlung ein. Mit ca. 50 Personen kamen sogar mehr als erwartet, so dass noch Stühle zugestellt werden mussten.

Nach einer kurzten Begrüßung durch Peter erläuterte erläuterte Nicole in lockerer Atmosphäre den ersten Tagesordnungspunkt „die ersten Monate unserer Solawi“: Die ersten Monate waren sehr arbeitsreich für den erweiterten Vereinsvorstand, da neben der Finanzplanung und der ganzen theoretischen Organisation auch so schnell wie möglich tatsächlich Gemüse angebaut werden sollte. Wichtige Punkte waren dann auch die Anstellung der Gärtner, der Arbeitseinsatz Folientunnel, die erste Ernte im Mai, diverse Info-Veranstaltungen und die Bildung von Depot-Gruppen.

eine Ackerreihe ohne genügend Jäten

Danach schilderte Helge die ersten Monate aus Sicht der Gärtner:
März – Beginn des Arbeitsverhältnisses bei unserer Solawi, die Pflanzplanung wurde erstellt, das erste Saatgut eingebracht und natürlich der erste Arbeitseinsatz zum Aufbau des Folientunnels durchgeführt.
April – Die Jungpflanzenbestellung bei unserem ersten Lieferanten war etwas problematisch. Üblicherweise werden Jungpflanzen im Winter bestellt und bedarfsgerecht gezogen. Nun haben wir erst im März mit den Arbeiten angefangen und die Bestellung wurde dann nicht/konnte nicht mehr so umgesetzt werden wie von uns gewünscht. Die geforderten Kohlrabi-Pflänzchen entpuppten sich dann mal als Blumenkohl, mal als Brokkoli, glücklicherweise häufig aber dann doch als Kohlrabi. Außerdem wurde im April der Verteilraum eingerichtet.
Mai – Im Mai wurden weitere Jungpflanzen bei einem anderen Lieferanten namens Wunderlich aus Kalkar bestellt. Nicht nur die Qualität sondern auch die Beratung bzw. der Verkauf waren hier besser. Bei Wunderlich erhält man keine Wundertüte. Schon im Mai  wurde der Niederschlag vermisst und zu den ersten Jäte-Aktionen aufgerufen.
Juni – Etwa 80 verschiedene Tomatensorten haben wir von einem nebenberuflichen Pflanzenzüchter erhalten. Die Probleme mit der Wasserversorgung eskalierten und wurden doch gelöst. Nachdem unser Nachbar bei über 30°C kurzerhand das Wasser rationiert und uns nach zwei Stunden den Hahn zugedreht hatte, haben wir doch eine Einigung mit ihm gefunden. Die zwangsweise Trockenperiode konnten wir dank des unermüdlichen  und uns grandios unterstützenden Christian Hülsermann vom Tinthof mit seinem Tankwagen überbrücken. Außerdem wurde die zweite Hälfte des Ackers bepflanzt. Hier hat uns die großartige Judith Eis (auch eine Nachbarin) mit ihrem Trecker ausgeholfen.
Zum Schluß seines Rückblicks wies Helge nochmal darauf hin, wie notwendig in der nächsten Zeit eine Unterstützung der Anteilszeichner*innen ist (Stichwort Jäten).

Peter hat den Vortrag mit einer Rede über die Vielfalt der Lebewesen auf unserem Acker beendet. Mit Ausnahme des Erdflohs freut sich Peter über ziemlich alles, was zwischen den Pflanzen lebt.

Eike hatte dann die ehrenvolle Aufgabe, die finanzielle Situation vorzutragen:
Von 80 möglichen Ernteanteilen waren zum Zeitpunkt des Vortrags 62,5 (im weiteren Verlauf des Abends 63,5) Ernteanteile vergeben. Aufgeteilt sind diese auf 41 volle und 43 halbe Anteile. Zusammen mit den Jahresbeiträgen der 32 Vereinsmitglieder nehmen wir monatlich 4.891 € ein. Davon werden jeden Monat 3.310 € für die Gehälter (inkl. Sozialabgaben) und 60 € Miete für die Wasserpumpe und den Geräteraum gezahlt. Dazu kommt die einmalige, bereits geleistete Zahlung für den Folientunnel von 5.004 € sowie Aufwendungen für Demeter-Saatgut, Werkzeug, Steuerberater, Notar, etc. Gemäß unseren bisher getätigten Ausgaben und unserer weiteren Planung für das laufende Wirtschaftsjahr ist abzusehen, dass der jetzige Stand der vergebenen Anteile die Kosten gerade so eben deckt, wir aber keinen Puffer für unvorhergesehene Ereignisse haben (Worst-Case wäre die Beschädigung der Plane des Tunnels durch Hagel oder einen Sturm – eine neue Folie kostet 1.200 €). Es darf also weiterhin gerne Werbung gemacht werden ;o)

Beim Tagesordnungpunkt „Selbstverständis der Solawi“ wurde lebhaft über mögliche Unterstützung für unsere Gärtner Maik und Helge diskutiert. Wie in den letzten Wochen oft geschrieben, muß das Unkraut bekämpft werden. Die Termine zum gemeinsamen Unkraut jäten wurden aber eher mäßig besucht. Überlegungen für das Wirtschaftsjahr 2018/2019 sind verpflichtende Arbeitsstunden oder eine zusätzliche 450 €-
Kraft durch entsprechend erhöhte Beiträge. Das zu entscheiden, hätte aber den Rahmen der Versammlung gesprengt und uns diese Saison nicht weitergebracht. Deshalb werden wir dieses Jahr weiterhin auf freiwillige Mitarbeit setzen.

Da es in einer großen Gruppe viel mehr Spaß macht, diese unliebsame Arbeit zu erledigen, findet am 22.07.2017 ab 10 Uhr der Arbeitseinsatz „Mehr Mitarbeit, mehr Ernte“ statt. Kommt vorbei, bringt Gartenwerkzeug mit (falls vorhanden) und bei hoffentlich trockenem Wetter wird gemeinsam gehackt. Wer sich zutraut, diese Arbeit alleine durchzuführen, darf sich natürlich auch außerhalb der bekannten Jäte-Termine austoben.

Zur Organisation der Abholtage gab es ebenfalls Gesprächsbedarf. Viele Abholer*innen können sich aus unterschiedlichen Gründen nicht auf einen Tag festlegen. Derzeit gibt es daher jede Woche eine Doodle-Abfrage. Dabei gibt es zwei Probleme: 1. gibt es immer wieder Personen, die sich vergessen einzutragen, und 2. bedarf es eines gewissen Zeitaufwands, die Doodle-Liste so aufzubereiten, dass die Gärtner wissen, wie viele Anteile Freitag bzw. Samstag abgeholt werden. Bisher wurde der erste Zwischenstand Donnerstagnachmittag erfasst und Freitagfrüh bis 8 Uhr teilweise noch mehrmals angepasst.
Den Rückmeldungen war zu entnehmen, dass die Doodle-Liste recht einfach und schnell in der Handhabung ist. Um die Datenübertragung von Doodle zum Gärtner zu vereinfachen, gibt es die Doodle-Liste jetzt immer für mindestens einen Monat mit der Bitte, den gewünschten Tag bis spätestens Donnerstag der jeweiligen Woche 12 Uhr vorzunehmen. Solltet ihr verhindert sein und keine (Urlaubs-)Vertretung haben, die eure Ernte übernehmen möchte, lasst die Woche frei und trag in den Kommentaren ein, dass ihr in der Woche XY nicht abholt.

Sollte jemand eine einfache und praktische EDV-Lösung kennen sein, wie die Abhol-Orga zeitsparend und geschickter gelöst werden kann – immer her damit! Dafür wären wir sehr dankbar.

Wir freuen uns, dass so viele bei der Versammlung waren und konstruktive Vorschläge gemacht haben.

Euer Vorstand
Nicole, Peter, Thomas, Rainer und Noreen

Dieser Beitrag wurde unter Acker, Allgemein, Ernte, Termin veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.