November 22 – die Saison ist zu Ende

Die Temperaturen bleiben viel zu mild für diese Jahreszeit – also kann auf unserem Acker noch kräftig geerntet werden. Der Kohl wächst, und sogar die nachgepflanzten Frühlingszwiebeln halten sich prächtig 🙂

Der kleine Wermutstropfen ist aber, dass der eine unserer Gärtner weiterhin krank ist – und der andere früher als gedacht endlich seine Heimat Afghanistan besuchen und seine Familie wiedersehen kann.

Daher haben wir am 4./5. November unsere letzte Ernte für diese Saison ausgegeben. Ab jetzt steht der Acker allen Solawistas zum Selberernten zur Verfügung – und wenn es so mild bleibt, wird sicherlich bis in den Dezember hinein geerntet werden können.

Das mit der Ernte und Acker-Freigabe haben aber leider auch ein paar Rindviecher mitbekommen 😉 Kaum hatten wir am 2. November die Pastinaken, Petersilienwurzeln und den Topinambur ausgebuddelt und gingen rüber zum Acker II, um den Wirsing zu ernten, da entschloss sich ein neugieriges Kalb, doch mal selbst nachzuschauen, was da auf der anderen Seite der Straße so wächst …

… denn bekanntlich ist das Gras ja da immer grüner als auf der eigenen Seite.

Nun ja, eine Stunde später waren dann alle Rindviecher durch die komplette Belegschaft des Tinthofs wieder eingefangen und „überredet“ worden, doch wieder auf ihre Seite der Straße zurückzukehren. Und zum Glück ist unser Acker nicht groß verwüstet worden – und hier und da gabs ein paar Kuhfladen als Gegenleistung.

Erntedankfest am 22. Oktober 22

Der herbstlich geschmückte Bauwagenvorplatz am Acker lud letzten Samstag zu einem gemütlichen Erntedankfest ein. Bei blauem Himmel und Sonnenschein kamen ab 15 Uhr etwa 20 Solawistas und ihre Familien zusammen. Zwar ohne Truthahn, aber mit einem reich bestückten Buffet wurde die Feier eingeleitet. Danach konnten Kürbisse geschnitzt und Kastanienmännchen gebastelt werden – obgleich der Trecker die wohl größte Attraktion für viele Kinder war.

Vor allem nach den zwei zurückliegenden Jahren, in denen Feierlichkeiten aufgrund der Corona-Pandemie selten wurden, war es wunderbar, sich mit altbekannten und neuen Menschen auszutauschen. Auch wenn unser Gärtnerteam ohne Ben nicht vollständig anwesend war, durften wir uns bei Abdul schlussendlich noch persönlich für dieses erfolgreiche Erntejahr bedanken.

KW 37 bis 40 – es wird Herbst auf dem Acker

Am 23. September ist in diesem Jahr kalendarischer und astronomischer Herbstanfang, Tag und Nacht sind genau gleich lang. (Der meteorologische Herbstanfang war ja schon am 1. September, das hilft bei den Wetteraufzeichnungen, um genau vier gleichlange Quartale zu haben).
Am 23.9. ist aber nicht nur Herbstanfang, sondern auch globaler Klimastreik und Earth Night. Zumindest letztere sollte für alle eine Möglichkeit zum Mitmachen bieten: In der Earth Night geht es darum zu versuchen, eine Nacht im Jahr das künstliche Licht ab 22 Uhr ganz abzuschalten oder zumindest so weit wie möglich zu reduzieren. Die Aktion findet immer an dem Freitag im September statt, der maximal nahe am nächsten Neumond liegt. In der Earth Night wird damit auf das immer mehr zunehmende Problem der Lichtverschmutzung hingewiesen. Sinnlos leuchtendes sowie fehlgelenktes Licht ist nicht nur Energieverschwendung, sondern lässt den Sternenhimmel verblassen und macht den Schlaf weniger erholsam. Das künstliche Licht in der Nacht irritiert Pflanzen und führt Vögel auf ihren Zugrouten in die Irre. Es tötet im Sommer Milliarden von Insekten; ganze Ökosysteme geraten wegen des vielen Lichts zur falschen Zeit aus dem Takt. Weitere Infos gibt es z. B. hier.

Aber auch im Herbst schenkt uns unser Acker reichhaltige Ernte:
Tomaten, Gurken, Auberginen, Paprika, Salat, Kürbis, Zucchini, Sellerie, Rote Bete, Mangold, Zwiebeln, Porree, Weiß-, Rot- und Palmkohl. Nicht alles für alle, einiges reicht nur für die ganzen Anteile.

Palmkohl ist eine Kohlsorte, die milder im Geschmack ist als Grünkohl. Auch hier werden die einzelnen Blätter der Pflanze geerntet (die bis zu 3 Meter hoch werden kann!). Er kann auch sehr gut blanchiert und eingefroren werden. Funfact: Früher wurde die lange holzige Sprossachse zur Fabrikation von Spazierstöcken verwendet..

Insgesamt steht noch ’ne Menge Kohl auf dem Acker: neben Palmkohl auch noch Grünkohl und Wirsing. Außerdem wachsen noch einige Wurzelgemüse: Möhren, Pastinaken, Petersilienwurzeln und Schwarzwurzeln.
Die Gemüse in den Folientunneln schwächeln jetzt so langsam, denn die Nachttemperaturen sind schon recht einstellig. Abdul muss abends jetzt die Tore an beiden Tunnels schließen. Aber auch die Tageslichtstunden nehmen rapide ab, und beides zusammen heißt für Paprika, Gurken, Auberginen und Tomaten, dass die Erntezeit so langsam zu Ende geht.

Und weil es ja derzeit keine Videos von Ben gibt, wenigstens ein paar zusammenmontierte Fotos vom Acker:

KW 33 bis 36 – 820 Sonnenstunden, viel Ernte im August und ein paar Boden-Infos

Der diesjährige Sommer ist der sonnenreichste seit Beginn der Aufzeichnung vor mehr als 70 Jahren. Nach den Messungen des Deutschen Wetterdienstes sind bundesweit rund 820 Sonnenstunden in diesem Sommer zusammengekommen, in NRW waren es 785 Std.. Den bisherigen „Rekord“ hielt der Sommer 2003 mit bundesweit 793,3 Stunden.

Das deutlich zu trockene und überdurchschnittlich warme und sonnenscheinreiche Wetter ließ die Böden stark austrocknen, ähnlich wie im Dürrejahr 2018. Von der Trockenheit besonders getroffen waren vor allem die Sommerkulturen wie Kartoffeln, Mais und Zuckerrüben. Auch bei vielen Bäumen und Sträuchern wurde der Trockenstress immer deutlicher sichtbar. Euch ist sicherlich aufgefallen, dass überall die Bäume schon ihre Blätter abwerfen; der Wald neben unserem Acker sieht schon echt herbstlich aus.

Aus einer Pressemitteilung des Dt. Wetterdienstes vom 30. August: „In NRW war der Sommer 19,0 °C (16,3 °C) warm und mit fast 120 l/m² (240 l/m²) erschreckend trocken. Niedrigwasser wurde ein zunehmendes Problem. In der dritten Augustdekade aber folgte dank entfernter Niederschläge in den Alpen am Niederrhein eine leichte Entspannung. 785 Sommersonnenstunden (554 Stunden) gab es seit Messbeginn in diesem Bundesland auch noch nicht.“ (Die Zahlen in Klammern sind die Mittelwerte der internationalen Referenzperiode 1961-1990)

Eindeutig ein sichtbares Zeichen der Klimakatastrophe: Hitzerekorde im Norden Deutschlands bis an die Küste, historische Trockenheit im Westen, Niedrigwasser und ausgetrocknete Flussläufe, Blaualgenplagen, zahlreiche Rekordwaldbrände, Trinkwassernotstände – und gleichzeitig auch regionale Starkregenfällen und Überflutungen. Ich hoffe jetzt sehr auf einen regnerischen Herbst und Winter, damit sich die Böden und Wasserspeicher wieder etwas auffüllen können.

Die Ernte auf unserem Acker war im August aber jedenfalls ganz hervorragend. Hier eine kleine Gemüse-Übersicht:
Tomaten, Gurken, Auberginen, Paprika, Rote Bete, Kartoffeln, Salat, Zucchini, Pak Choi, Fenchel, Blumenkohl, Weißkohl, Grünkohl, Staudensellerie und Kräuter (Basilikum, Petersilie).

Zu Gurken, Pak Choi und Tomaten gibts inzwischen auch ein paar Gemüseinfos auf unserer Website.

 

Heute will ich euch ein paar Infos zum Boden geben. Wusstet ihr, dass die Erde unter unseren Füßen ein richtiger Tausendsassa ist?!
– Der Humus im Boden liefert die Nährstoffe dafür, dass Pflanzen gedeihen können.
– Boden filtert das Wasser und macht es zu Trinkwasser.
– Boden reinigt die Luft, nimmt Emmissionen auf und das CO².
– Boden kann sich selbst reinigen (Aufnahmekapazität von Stoffen ist leider begrenzt!).
– Boden ist Speicher für Wasser – und kann Hochwasser vermeiden.
– Boden bietet tausenden von Lebewesen Lebensraum.

Ein paar Infos zu diesen Lebewesen und den Nahrungsketten im Boden:  Lebensraum Boden

KW 29 bis 32 – Sommer, Sonne, Ernte

Unser Acker ist gut bestellt, dank unserer Brunnen haben wir trotz der Dürre und der Hitze kaum Ernteausfälle – aber das Arbeiten auf dem Acker und vor allem in den Folientunnels ist natürlich extrem anstrengend bei den Temperaturen. Umso toller ist es, dass Abdul in den letzten Wochen täglich Unterstützung durch Solawistas erhält – denn Ben ist leider immer noch krankgeschrieben. Aber für nur zwei Personen ist die Ernte auch kaum zu schaffen – die Mengen sind enorm, wenn beispielsweise mal „so eben“ knapp 300 kg Tomaten geerntet werden müssen, außerdem Zucchini, Gurken, Auberginen, Spitz- und Weißkohl, Blumenkohl, Salat, Mangold, Fenchel, Porree, Paprika, Kohlrabi, Zwiebeln und Grünkohl. Unsere Erntekörbchen quellen jedenfalls momentan jedes Wochenende über und das alles muss ja auch irgendwie gegessen und verarbeitet werden … 😉

viele Tüten mit Kartoffeln auf einem Trecker-AnhängerUnd beim letzten Ackereinsatz wurden 375 kg Kartoffeln geerntet – und das war erst die Hälfte unserer gepflanzten Kartoffelreihen 🙂 Gärtner und Solawistas sind also derzeit hauptsächlich mit Ernte, Pflege und Wässern beschäftigt. Und ein doppeltes „Wie gut, dass wir unsereren Trecker haben“ – ich will gar nicht daran denken, dass bei der Hitze diese Mengen von Hand bewegt und zum Abholraum gekarrt werden müssten …

Es gibt eine neue Gemüseinfo zu Auberginen, aber noch kein neues Video. Zum Ausgleich aber diesmal eine kleine Bildergalerie.

KW 28 – ab jetzt gibt es richtig fette Ernten!

Der Acker ist voll bestückt, jetzt ist die Hauptarbeit neben dem Jäten und Wässern das Ernten. Und die Ernten fallen jetzt so richtig fett aus 🙂 Ein Beispiel gefällig?
Auf der Erntetafel standen am 15. Juli:
500g/1kg Klarapfel, 2 / 4 Zucchini, 450g/800g Mangold, 1 Spitzkohl, 1 / 2 Kohlrabi, 2 Paprika, 1/  2 Bund Lauchzwiebeln, 1 / 2 Gurken, 1 / 2 Auberginen, -/700 g Dicke Bohnen, 1 / 2 Fenchel (halber/ganzer Anteil).
Da müssen wir uns schon dranhalten, bis nächsten Freitag alles wegzuputzen oder zumindest zu verarbeiten. Aus dem Klarapfel z. B. lässt sich echt leckeres Apfelmus machen – und Aubergine, Paprika und Zucchini zusammen hört sich doch nach einem Ratatouille an, oder? Und gut, dass sich der Spitzkohl im Gemüsefach des Kühlschranks mindestens ein bis zwei Wochen hält 🙂

Kommendes Wochenende soll es Auberginen, Gurken, Zucchini, Brokkoli, die ersten paar Tomaten und eingie Kräuter (Basilikum, Pfefferminz, Petersilie) geben. Bei den Temperaturen hört sich auch das nach prima Zutaten für leichte Mittelmeer-Küche an, z. B. für dieses Rezept hier:
Man nehme Paprika, Zucchini, Aubergine, gerne auch noch Fenchel, Zwiebeln, Tomaten, Pilze, Oliven oder auch ein paar Kartoffeln, schneide alles in etwa gleichgroße, mundgerechte Stücke gebe es mit ca 3 EL Olivenöl in eine Schüssel (Wer mag, kann das Ganze auch noch mit Feta anreichern). Alles vermischen, evtl. ein wenig ziehen lassen und dann auf einem Backblech verteilen. Einige Rosmarinzweige darauf legen. Dann das Ganze im vorgeheizten Backofen bei ca 200 Grad Ober-/Unterhitze ca 25 – 30 Minuten backen.

Habt ihr eigentlich schon die Zucchini-Rezepte auf unserer Website ausprobiert – z. B. das hier?

KW 27 – Sommer, Ernte, Ackereinsatz und ein „Vertretungs-Video“

Jetzt ist schon Juli und wir ernten die Früchte des arbeitsreichen Frühjahrs. Unsere Gärtner haben den Acker gut bestellt – und trotz krankheitsbedingten Ausfalls von Ben läuft alles gut. Auch, weil jeden Tag einige Solawistas zur Unterstützung auf dem Acker mitarbeiten!
Und diesmal gibt es auch wieder ein Video – aber nicht von Ben, sondern von Solawista Jenny:

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Music from Uppbeat (free for Creators!):https://uppbeat.io/t/jonny-boyle/brig…License code: 09GAKWCRZSJQBBWX

Auch am letzten Samstag, dem 9. Juli, waren wieder viele viele helfende Hände beim gemeinsamen Arbeitseinsatz und haben sich hauptsächlich um das Beikraut gekümmert. Sieht alles wieder picobello aus.

Outdoor-Spüle auf dem Solawi-Acker

Und die vegane Feldküche hat jetzt eine Outdoor-Spüle!

Und so wie es aussieht, bekommen wir dieses Jahr wieder eine richtig tolle Tomatenernte …

KW 25 – 26 – Ackereinsatz und gelebte Solidarität

Die ersten Zucchini waren in der KW 25 in der Ernte – in der KW 26 waren das dann schon 5 Zucchinis für einen ganzen Anteil 😉 Die Zeit der Zucchinischwemme hat begonnen … Außerdem finden sich Frühlingszwiebeln, Mangold, Pfefferminze und Auberginen im Erntekörbchen.

Am letzten Samstag war es wieder richtig voll auf dem Acker 😁😘! Und wir haben beim gemeinsamen Arbeitseinsatz richtig viel geschafft. Und danach das Thai-Curry der veganen Feldküche geschmaust.

Leider ist unser Gärtner Ben erkrankt und fällt mindestens vier Wochen aus 🙁. Die dringendsten Arbeiten, nämlich die letzten Jungpflanzen in die Erde bringen, haben ein paar Solawistas in der KW 26 gemacht. Sabine aus dem Orgateam berichtet: „4,5 Reihen Frühlingszwiebeln und 6 Reihen Pak Choi haben wir am Montag gepflanzt. Und heute 26 Reihen Salat und mit dem Spinat haben wir auch angefangen. Da sind jetzt noch zwei Multiplatten Spinat, die in die Erde müssen. Abdul sagt, der Grünkohl muss „ent-unkrautet“ werden (steht zwischen Kohlrabi und Brokkoli). Gepflanzt werden muss nur noch Rote Beete, aber die ist im Moment noch zu klein.“
Und das ist das Schöne an unserer Solawi: Wenn’s nötig ist, helfen alle wie sie können und wir kriegen es gemeinsam gewuppt!

 

KW 24 – von zart bis hart

Der letzte Arbeitseinsatz war fantastisch, viele Solawistas haben viel gejätet. Ganz großes Lob!

Der Wochenrückblick ist diesmal wieder richtig lang und ausführlich. Ben erklärt z. B., wann und warum wie geerntet wird (am Beispiel Salat):
500 – 600 Pflanzen werden ausgesät. In der 1. Erntewoche ist der Salat noch nicht ganz ausgereift, in der 2. Woche fast optimal, in der 3. Woche optimal und in der 4. Woche etwas „drüber“. Wenn die Gärtner aber mit der Ernte warten würden, bis alle Pflanzen den optimalen Reifegrad haben, könnte nur 1mal geerntet werden, in der Folgewoche wäre dann schon alles „drüber“. Und bei mur einer Ernte ist es gleich eigentlich wieder zu viel auf einmal. Also besser von zart bis hart. Also kann auch mal eine Frühlingszwiebel schon etwas holzig sein.

Dienstag ist „Kleinigkeitentag“ – was passiert da alles so?
– Freilandtomaten pflanzen
– Wege freimachen
– Radieschen und Rote Bete freilegen
– Franzosenkraut muss raus, ansonsten zwischen den Kulturen noch ein bisschen frei machen
– über einige Flächen „drübertreckern“, die schon frei sind, weil da Salate standen, die schon abgeerntet wurden. Und da kommen wieder Salate hin, die ja im Gewächshaus auch schon ausgesät wurden.

Am Mittwoch werden afghanische Tomaten (also aus Saatgut aus Abduls Heimat) ins Freiland gepflanzt, dazwischen ein Bewässerungsgraben geschippt;
Rotkohl gepflanzt und Möhren gesät.

Donnerstag: ist eigentlich Feiertag, die Gärtner und einige Solawistas sind trotzdem fleißig. Meldung aus dem Zucchinibeet: Da sind schon richtig große Zucchinis drin, nächste Woche geht die Ernte los (diese Woche sind noch nicht genügend reife Zucchinis für alle da). Palmkohl wird auf Acker II gepflanzt. Schwarzwurzeln und Fenchel kommen wunderbar, der Spitzkohl beginnt, Köpfe zu bilden.

Freitag: Erntetag. Der Romanosalat: ist perfekt, fast schon drüber; außerdem gibts Frühlingszwiebeln, Schnittlauch und kleine Basilikumpflänzchen zum Zuhause einpflanzen.

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Sommeranfang, Sommersonnenwende, Johannistag und Siebenschläfer – alles in 7 Tagen

Diese Woche ist nicht nur Ferienbeginn in NRW, sondern auch Sommeranfang, Sommersonnenwende bzw. Johannistag und nächsten Montag auch noch Siebenschläfer – eine wichtige Zeit für alle Gärtner:innen und Landwirt:innen. Zum Johannistag gab’s hier letztes Jahr schon Infos, dieses Jahr also ein paar Fakten zu Sommeranfang und Siebenschläfer, wie immer zusammengeklaubt aus dem Netz:

Astronomisch beginnt der Sommer mit der Sommersonnenwende – dem Zeitpunkt, zu dem die Sonne senkrecht über dem Wendekreis der eigenen Erdhälfte steht und die Tage am längsten sind. Der Sommerbeginn ist bei uns auf der Nordhalbkugel am 20., 21. oder 22. Juni. Danach werden die Tage wieder kürzer (und wärmer) und die Nächte länger, bis der potenzielle Höhepunkt des Sommers mit den höchsten Temperaturen ungefähr drei bis sechs Wochen nach der Sommersonnenwende erreicht wird, also etwa zwischen Mitte und Ende Juli; bei eher kontinentalem Klima etwas früher, bei eher maritimem Klima etwas später. Der Sommer endet bei uns dann mit der herbstlichen Tagundnachtgleiche am 22. oder 23. September.
Der phänologische Sommerbeginn kann vom astronomischen erheblich abweichen und wird neben der Land-Meer-Verteilung (maritimes vs. kontinentales Klima) auch durch die Großwetterlagen im Frühling und vielerlei regionale Faktoren beeinflusst. Die phänologische Jahreseinteilung richtet sich nachperiodisch wiederkehrenden Entwicklungserscheinungen, z. B. in der Pflanzenwelt (von gr. phaino „ich erscheine“)-
Meteorologisch sind dem Sommer die Monate Juni, Juli und August zugeordnet, um für Statistiken das jahr in vier genau gleiche Teile zu teilen.

Und der Siebenschläfer?

Aufnahme eines Siebenschläfers (lat. Loir gris)„Der Siebenschläfer (Glis glis) ist ein nachtaktives Nagetier aus der Familie der Bilche (Gliridae). Die Gestalt dieses Tieres erinnert an Eichhörnchen und Grauhörnchen. Doch ist der Siebenschläfer deutlich kleiner, hat große, schwarze Augen, rundliche Ohren und einen weniger buschigen Schwanz. Angeblich erhielt er seinen Namen wegen seines sieben Monate dauernden Winterschlafs, jedoch dauert diese Ruhephase oft von Anfang September bis Anfang Mai des nächsten Jahres und damit etwas länger als sieben Monate. Im Volksglauben werden die Siebenschläfer mit den „Sieben Schläfern“ in Verbindung gebracht und je nach Stimmung als entweder gute Hausgeister und Beschützer der Hausbewohner oder böses Omen gedeutet.“ (Wikipedia)

Er hat also rein gar nichts mit dem Siebenschläfertag als katholischem Gedenktag an die sieben Schläfer von Ephesus am 27. Juni zu tun. Aber der Zeitraum um und insbesondere nach dem Siebenschläfertag 27. Juni ist als sog. „meteorologische Singularität“ wetterbestimmend, daher gibt dazu auch eine Menge alter Bauernregeln. Viele der sonstigen Juni- und auch der Juli-Bauernregeln lassen sich übrigens auf ähnliche Weise anwenden, so zum Beispiel zum Johannistag.

Der Siebenschläfertag am 27. Juni ist also ursprünglich ein religiöser Gedenktag für die sieben Schläfer von Ephesus. Die Legende von den Sieben Schläfern ist eine Heiligenlegende mit christlichen und auch islamischen Tradition. In ihr wird beschrieben, wie sieben junge Männer auf der Flucht vor einer Glaubensverfolgung Schutz in einer Höhle suchten und dort, von Gott behütet, in einen mehrere Jahrhunderte andauernden Schlaf verfielen. Sagen und Legenden mit einem vergleichbaren Motiv sind weit verbreitet. Es wird vermutet, dass der Ursprung des Motivs in vorchristlicher Zeit liegt.
Die Sieben Schläfer gelten im katholischen Heiligenkalender als Schutzpatrone der Schiffer, werden aber auch bei Fieber und Schlaflosigkeit angerufen. Als Handlungsort gilt gemeinhin die Stadt Ephesus, wo heute noch die Siebenschläferhöhle mit einer Kirche und einem Grabbezirk zu sehen ist.
Im Koran wird die Legende der „Gefährten der Höhle“ (arabisch أصحاب الكهف, aṣḥāb al-kahf) erzählt. Da im Koran kein bestimmter Ort genannt wird, entstanden Sieben-Schläfer-Heiligtümer an vielen Orten, die meist in der Nähe von Höhlen oder Grotten liegen und sich auf regionale Versionen der Legende beziehen. Islamische Wallfahrtsorte sind z. B. Loja, Sefrou, Sétif, Kairo, Damaskus, Ephesos und Tarsus. Die Sieben Schläfer gelten im Islam als Zeugen der Auferstehung, Fürbitten werden an die Sieben Schläfer auf der Suche nach Heilung von Krankheiten, Kinderwunsch und Wettersegen gerichtet.
Das Motiv taucht so oder ähnlich aber auch in vielen anderen Sagen und Legenden auf, mit religiösem Hintergrund (Hinduismus, Talmud) oder ohne, z. B. bei der Kyffhäusersage um Kaiser Friedrich Barbarossa.

Die Bedeutung des Siebenschläfertages als Lostag (im Bauernjahr bestimmte Tage, die für das Wetter der kommenden Wochen bestimmend sind) verschob sich durch die gregorianische Kalenderreform auf die erste Juliwoche. Aber der Zeitraum um und insbesondere nach dem Siebenschläfertag gilt als meteorologische Singularität wetterbestimmend, die Bauernregel dazu gibt es in einer Vielzahl von Varianten.

Die Siebenschläfer-Regel beschreibt nämlich erstaunlich zuverlässig das Wettergeschehen ab Ende Juni. Der Grund dafür findet sich in einer Besonderheit der Erdatmosphäre. In ungefähr zehn Kilometern Höhe windet sich ein schmales Starkwindband um die Nordhalbkugel, der sogenannte Jetstream. Aus physikalischen Gründen kann der Jetstream nicht einfach „geradeaus“ wehen, sondern muss sich quasi im Zickzack um die Erde winden. In einer nach Norden gerichteten Ausbuchtung des Jetstreams nimmt dann ein Hochdruckgebiet seinen Platz ein, in einer nach Süden gerichteten Zacke ein Tiefdruckgebiet. Auch diese Platzierung der Hochs und Tiefs hat strömungsphysikalische Gründe. Der genaue Verlauf des Jetstreams ändert sich ständig, doch bleibt er im Hochwinter oder Hochsommer oft für ein paar Wochen recht konstant in seinem Verlauf. Ende Juni/Anfang Juli, zum Datum des Siebenschläfers, hat der Jetstream häufig seinen Verlauf für den Sommer gefunden. Das Wettergeschehen hängt nun davon ab, ob der Starkwind in einer Nord- oder einer Südkurve über Europa hinwegzieht. Nordkurve bedeutet Tiefdruck und unbeständiges Wetter, Südkurve dagegen Hochdruck und meist Sonnenschein. Natürlich ist der Jetstream aber nicht der einzige Faktor, der unser Sommerwetter beeinflusst. (Quellen: NDR, Planet Wissen)

Bauernregel-Varianten für den Siebenschläfertag:

Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen lang bestellt.
Wenn’s am Siebenschläfer regnet, sind wir sieben Wochen mit Regen gesegnet.
Das Wetter am Siebenschläfertag sieben Wochen bleiben mag.
Wie’s Wetter am Siebenschläfertag, so der Juli werden mag.
Wenn die Siebenschläfer Regen kochen, dann regnet’s ganze sieben Wochen.
Ist der Siebenschläfer nass, regnet’s ohne Unterlass.
Regnet’s am Siebenschläfertag, der Regen sieben Wochen nicht weichen mag.
Werden die sieben Schläfer nass, regnet’s noch lange Fass um Fass.
Der Siebenschläferregen, der bringt dem Lande keinen Segen.
Siebenschläfer Regen – sieben Wochen Regen.
Scheint am Siebenschläfer Sonne, gibt es sieben Wochen Wonne.